Marcel Schuhen und der gebrauchte Tag

06.06.2020, xfux, Fussball 2. Bundesliga, Saison 19/20, Spieltag 30, SSV Jahn Regensburg - SV Darmstadt 98, emonline, emspor, v.l. Felix Platte (SV Darmstadt 98), Alexander Meyer (SSV Jahn Regensburg), Mathias Honsak (SV Darmstadt 98) Foto: Florian Ulrich/Jan Huebner/Pool Nur fŸr journalistische Zwecke. Only for editorial use. (DFL/DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS as IMAGE SEQUENCES and/or QUASI-VIDEO)

Nach der Niederlage in Regensburg kann Darmstadt den Aufstieg wohl abschreiben

Bei den drei Treffern von Jahn Regensburg sah Marcel Schuhen nicht besonders glücklich aus. Es sei ein „absolut gebrauchter Tag“ gewesen, analysierte der Keeper des SV Darmstadt 98 die 0:3-Auswärtsniederlage mit Blick auf die gesamte Mannschaft, erläuterte, wie er die Tore erlebt hat, und ging dabei mit seiner eigenen Leistung hart ins Gericht.

„Wir haben gefühlt aus dem Nichts drei Gegentore gekriegt“, sagte er. „Und wir haben unsere Chancen, die auch nicht wirklich zwingend waren, nicht genutzt.“ Dass die ersten beiden Tore nach Standardsituationen gefallen seien, sei „unangenehm und auch zu verhindern“. Vor allem den ersten Treffer nahm er auf seine Kappe, obwohl auch Mathias Honsak wegen eines verweigerten Kopfballduells eine Mitschuld traf.

„Da muss ich länger auf den Ball warten“

„Beim ersten Gegentor lasse ich mich zu früh vom Stürmer des Gegners stören beziehungsweise ziehen, wie man in der Torhütersprache sagt.“ Sein Fehler sei es gewesen, dass er zunächst zwei Schritte nach vorne gegangen sei. „Da muss ich einfach länger auf den Ball warten.“

Beim zweiten Tor, das ebenfalls nach einer Ecke fiel, sei er dann sogar von zwei Regensburgern geblockt worden. Da hätte er wohl eher auf der Linie bleiben müssen. „Aber wie er dann reingeht, ist noch mal eine andere Sache“, sagte Schuhen angesichts der Tatsache, dass dem Torschützen der Ball auf den Fuß fiel und er von dort quasi ohne dessen Zutun ins Tor sprang.

Klärendes Gespräch auf der Busfahrt

„Beim dritten Gegentor stehe ich so weit neben dem Tor, weil ich sehe, wie die Flugbahn des Balles ist“, erklärte er. „Ich gebe Rappo (Nicolai Rapp) das Kommando, dass er ihn durchlassen kann oder ihn mit dem Kopf verlängern kann. Eine dritte Option wäre gewesen, dass er ihn zu mir zurückspielt, was aber nicht geklappt hat.“
Mit Rapp sei er auf der Rückfahrt im Bus die Situation durchgegangen, weil das Zusammenspiel von Torhüter und Innenverteidiger extrem wichtig sei. „Wir konnten die relativ schnell für uns abhaken“, sagte er. „Das wird so die nächsten Spiele wieder funktionieren, weil Rappo davor schon hervorragende Spiele gemacht. “

Ziel: Aktuellen Tabellenplatz halten

Symptomatisch für das Spiel in Regensburg sei aber auch der vergebene Strafstoß von Tobias Kempe gewesen. „Wenn Tobi Kempe, einer der sichersten Elfmeterschützen für mich in der zweiten Liga, gegen Regensburg einen Elfmeter drüber schießt, passt das zu dem Tag“, sagte Schuhen.

Für den Rest der Saison sei es nun das Ziel, den aktuellen Platz fünf zu halten. Dazu komme mit Hannover ein direkter Konkurrent ans Böllenfalltor, den man in Schach halten müsse. Das seien die Dinge, die man selbst beeinflussen könne, sagte Schuhen und fügte an: „Alles andere wird sich zeigen.“

Von Stephan Köhnlein

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