Jürgen Friedl – Eintrachts Rekordspieler

Youssoufa Moukoko im Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Foto: Jan Huebner Youssoufa Moukoko im Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Foto: Jan Huebner

Fast drei Jahrzehnte war der Torhüter jüngster Bundesliga-Spieler aller Zeiten

Bereits im Alter von 16 Jahren und einem Tag durfte der Dortmunder Youssafa Moukoko kürzlich sein erstes Bundesliga-Spiel bestreiten und wurde damit zum jüngsten Bundesliga-Spieler aller Zeiten. Auch beim 1:1 gegen die Eintracht kam der Deutsch-Kameruner zum Einsatz – und damit gegen jenen Verein, der fast drei Jahrzehnte lang den jüngsten Bundesliga-Spieler aller Zeiten gestellt hatte.

Torhüter Jürgen Friedl absolvierte am 30. März 1976 im Alter von 17 Jahren und 26 Tagen sein erstes Bundesliga-Spiel. Stammtorhüter Günter Wienhold hatte sich den Knöchel gebrochen. Ersatzmann Dr. Peter Kunter befand sich schon auf Abschiedstournee, wollte seine Karriere als Zahnarzt vorantreiben. Als Kunter im Spiel gegen Hannover 96 über muskuläre Probleme klagte, wurde Friedl in der 64. Minute beim Stand von 4:0 eingewechselt. Die Eintracht gewann 5:1.

Eigentlich hätte Friedl gar nicht spielen dürfen

„Ich war im Training schon immer mal dabei“, erinnert sich der heute 61-Jährige in einem Interview auf der Eintracht-Homepage. Trainer Dietrich Weise habe ihn als A-Jugendlichen schon bei einem Hallenturnier im Januar einsetzen wollen, aber da habe er noch keine Spielgenehmigung gehabt

Die gab es damals nämlich erst mit frühestens 17 Jahren. „Ich gehörte seinerzeit zum jüngeren Jahrgang der U19. Ich hätte aber zum älteren gehören müssen. Der DFB hatte die Spielgenehmigung also fälschlicherweise ausgestellt“, erzählt er. Direkt nach dem Spiel wurde die Genehmigung wieder eingezogen.

Zu klein für die Bundesliga

„Meine Bundesligakarriere war zumindest bis zum 1. August 1976 wieder auf Eis gelegt“, sagt Friedl. Zunächst kehrte Kunter ins Tor zurück. Danach hütete der kurzfristig verpflichtete Heinz-Josef Koitka den Kasten und wurde später Stammtorwart. Friedl blieb bis 1979 bei der Eintracht, kam aber nur noch auf vier Pflichtspieleinsätze. „Dann kam Manager Udo Klug zu mir und meinte, dass ich mit 1,75 Metern zu klein für die Bundesliga sei.“

Seine Profi-Karriere war damit vorbei, doch den Titel „Jüngster Bundesliga-Spieler“ behielt Friedl bis zum 6. August 2005. Dann löste ihn Nuri Sahin – wie Moukoko heute auch Dortmunder – ab. Über Moukoko sagt Friedl: „Er ist sehr, sehr weit für sein Alter. Ich bin gespannt, wo das noch endet.“ Vergleiche zu seinem ersten Einsatz möchte Friedl nicht ziehen. „Das war eine andere Zeit. Damals war man mit 17, 18 Jahren noch echter Jugendspieler. Heute kicken zahlreiche Jungs in diesem Alter schon in der Bundesliga.“

Von Stephan Köhnlein

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