Im Zickzack-Kurs zur neuen Arena

Eine Chronologie der Baubemühungen am Böllenfalltor

Von Stephan Köhnlein

Es war beim Neujahrsempfang des SV Darmstadt 98 Anfang 2016, als Vereinspräsident Rüdiger Fritsch zum Gesang ansetzte und Oberbürgermeister Jochen Partsch entgegenschmetterte: „Wir woll‘n die Bagger sehn, wir woll’n die Bagger sehn!“ Fast drei Jahre hatte sich die Stadt ergebnislos bemüht, den Umbau des maroden Stadions am Böllenfalltor auf den Weg zu bringen. Und es sollte noch mal fast genauso lange dauern, bis die Bagger tatsächlich anrollten.

Am Montag wurde nun mit dem Abriss der Gegengerade begonnen. Bis Ende 2019 soll die neue Tribüne fertig sein. Dann kommt die Haupttribüne dran. Doch angesichts der Irrungen und Wirrungen sind Zweifel an diesem Zeitplan begründet. Die wichtigsten Punkte auf dem Weg zur neuen Arena:

Frühjahr 2013: Laut einer von der Stadt als Stadion-Eigentümerin in Auftrag gegebenen Studie ist ein Neubau am Böllenfalltor mit 27,6 Millionen Euro die günstigste von drei Optionen. Der Neubau soll zum Start der Saison 2016/17 fertig sein.

März 2015: In einem Interview sagt Partsch, dass das neue Stadion bis 2018 fertig sei und beziffert den Kostenkorridor auf 30 bis 32 Millionen Euro.

Juli 2016:Die Stadt legt die Neubaupläne auf Eis. Wegen schwerwiegender rechtlicher Einwände soll stattdessen die bestehende Arena modernisiert werden.

Dezember 2016: Die Stadt erklärt, für ein neues Stadion nehme man nun vier Standorte in die engere Wahl. „Wir betrachten diese vier Standorte als gleichwertig“, sagt Partsch.

März 2017: Wenige Tage vor der Oberbürgermeisterwahl erklärt Partsch, er sehe wegen einer Gesetzesänderung nun doch „beste Realisierungschancen“ für einen Neubau am Böllenfalltor. Die anderen Standorte seien dagegen mit „größten Problemen“ verbunden. 

Januar 2018: Der Verein übernimmt das Stadion von der Stadt in Erbpacht auf 40 Jahre. Beim Neujahrsempfang werden erste Entwürfe der neuen Arena präsentiert.

Herbst 2018: Die kalkulierten Kosten für die Gegengerade steigen von 14 Millionen Euro auf rund 19 Millionen. Grund ist die Hochkonjunktur im Baugewerbe.

Dezember 2018: Nach dem letzten Heimspiel des Jahres gegen Ingolstadt rollen tatsächlich die Bagger an.

Foto: Arthur Schönbein

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