Eine Ära neigt sich dem Ende

Sportdirektor und Manger Bruno Hübner. Foto: Jan Huebner

Sportdirektor Hübner verlässt die Eintracht nach zehn Jahren

Es war im Frühjahr 2011, Bruno Hübner war als Sportdirektor des MSV Duisburg mit der Mannschaft zum DFB-Pokalfinale in Berlin unterwegs, als auf seinem Handydisplay eine Frankfurter Nummer erschien. „Ich hatte gedacht, es ging um das Endspiel am nächsten Tag – geh‘ ich mal ran“, erinnert er sich.

Doch es war Heribert Bruchhagen, damals Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt. „Am Ende hat er mich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, zur Eintracht zu wechseln.“ Nach etwas Überlegen sagte Hübner zu. Es wurden zehn erfolgreiche Jahre. Zum Ende der laufenden Saison verlässt er nun die Eintracht, um mit 60 Jahren etwas kürzerzutreten, wie er sagt.

Amtsantritt bei einem Absteiger

Der Anfang vor zehn Jahren war schwer. Die Eintracht war gerade in die 2. Liga abgestiegen. „Wir hatten kein Trainerteam, und die Mannschaft war noch nicht so aufgestellt, um aufsteigen zu können“, sagt Hübner. Als Erstes trat er an Armin Veh heran, den er schließlich mit viel Überzeugungsarbeit für ein Engagement bei der Eintracht gewinnen konnte.

Mit Veh gelang der sofortige Wiederaufstieg. Das sei enorm wichtig gewesen. „Wenn ein ambitionierter Erstligist wie wir ab- und nicht sofort wieder aufsteigt, kann es schnell in die andere Richtung gehen, wie man an anderen Traditionsvereinen sieht“, sagt Hübner. Den Schwung habe man in die Bundesliga mitnehmen können: Platz sechs und die Qualifikation für die Europa League.

Viele Widerstände gegen Trainer Kovac

Einmal wurde es noch richtig eng – in der Relegation 2016. Kurz zuvor hatte Hübner Niko Kovac als Trainer verpflichtet – „gegen viele, teilweise verständliche, Widerstände“, weil Kovac bislang noch nie eine Profimannschaft betreut hatte, wie Hübner sagt. „Ich bin während unseren Gesprächen zu der Überzeugung gelangt, dass es ihm gelingen kann, das ganze Umfeld zu mobilisieren und zu stabilisieren.“ Der Klassenerhalt gelang, und zwei Jahre später holte die Eintracht den DFB-Pokal – der größte Erfolg des Vereins in mehr als drei Jahrzehnten.

Bereits mit 24 Jahren hatte Hübner seine Profikarriere (76 Einsätze, 19 Tore für den 1. FC Kaiserslautern) verletzungsbedingt beenden müssen, schloss sich dem damaligen Bezirksligisten SV Wehen an. „Mit Wehen über mehrere Jahre bis in die Zweite Liga aufzusteigen, war Wahnsinn. In dieser Phase durfte ich immer mehr Verantwortung hinsichtlich der Kadergestaltung übernehmen“, sagt er. Davon profitierte er auch bei seinen späteren Stationen.

Auch die drei Söhne sind Fußballer

Nach seinem Vertragsende im Sommer möchte er die Stimmung bei der Eintracht zwar weiter aufsaugen, allerdings auf entspannte Weise. Außerdem möchte er sich das eine oder andere Spiel seiner drei Söhne anschauen, die alle Fußballer sind: Christopher (SV Wiesbaden), Benjamin (TSG 1899 Hoffenheim) und Florian (Union Berlin). Sie zur Eintracht zu holen, war allerdings nie ein Thema, wie Hübner sagt. Er habe nicht den Eindruck erwecken wollen, dass es eine Bevorzugung von Familienmitgliedern gebe.

Von Stephan Köhnlein

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