Ein Ex-Torhüter für die Eintracht-Defensive

Stefan Ilsanker am Ball, hier gegen Oliver Fink im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf. Foto: Huebner

Stefan Ilsanker kommt aus Leipzig – Mit Adi Hütter spielte er einst zusammen

Eigentlich war für Stefan Ilsanker die Karriere als Torhüter vorbestimmt. Vater Herbert, der zwischen 1998 und 2001 beim FSV Mainz unter Vertrag stand, war Keeper und gilt bis heute als Vorbild für den mittlerweile 30-Jährigen. Doch Probleme mit der Schulter zwangen Ilsanker in der Jugend dazu, das Tor zu verlassen und im defensiven Mittelfeld auszuhelfen. Das machte der gebürtige Österreicher so gut, dass er Nationalspieler für sein Heimatland wurde. Nun soll er die Defensive der Eintracht verstärken.

Kurz vor Transferschluss gab der Verein die Verpflichtung Ilsankers von RB Leipzig bekannt. Der 1,90-Meter-Mann, der auch in der Innenverteidigung und auf der rechten Abwehrseite eingesetzt werden kann, erhielt einen Vertrag bis 2022. Für Leipzig war „Ilse“ – so sein Spitzname – seit 2015 aktiv gewesen, hatte 131 Pflichtspiele von der Zweiten Liga bis zur Herbstmeisterschaft in der Bundesliga bestritten. Diese Saison gehörte er allerdings nicht mehr zum Stamm und kam nur in sieben Liga-Spielen zum Einsatz. Für die Champions League hatte der Verein ihn gar nicht gemeldet.
Seine fußballerische Ausbildung erhielt Ilsanker vor allem in Salzburg. In Frankfurt trifft er nun auf zwei alte Bekannte von dort: Eintracht-Cheftrainer Adi Hütter und Defensivmann Martin Hinteregger. Mit seinem heutigen Coach spielte er sogar noch zusammen – als Teenager in der zweiten Mannschaft der Salzburger. Später wurde Hütter sein Trainer, zusammen mit Hinteregger gewannen sie 2015 das österreichische Double.

„Ich wollte unbedingt wieder Fußball spielen“

Für die Nationalmannschaft seines Heimatlandes hat Ilsanker mittlerweile 42 Länderspiele bestritten und sich für die Europameisterschaft qualifiziert. Um seine Chance auf eine Nominierung für das Turnier im Sommer zu wahren, schien ein Verbleib in Leipzig nicht zielführend. Denn um sich zu empfehlen, muss er regelmäßig spielen.
„Ich wollte nach Frankfurt, unbedingt wieder Fußball spielen und vor allem Spaß daran haben“, sagt er selbst. „Von daher freue ich mich, dass das kurz vor Schluss noch geklappt hat.“ Und auch bei der Eintracht freut man sich: „Mit Stefan Ilsanker haben wir einen erfahrenen und bundesligaerprobten Spieler für uns gewinnen können“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic über die Verpflichtung. „Vor allem ist er ein Spieler, der der Mannschaft sofort weiterhelfen kann und uns zu mehr Flexibilität verhilft.“

Von Stephan Köhnlein

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