David Abraham: Ruhepol und Erfolgsgarant

17.06.2020, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 emspor, v.l. Torjubel, Goal celebration, celebrate the goal zum 2:0 durch David Abraham (Eintracht Frankfurt) Foto: Jan Huebner/Pool/ (DFL/DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS as IMAGE SEQUENCES and/or QUASI-VIDEO), Editorial use only. National and International News Agencies OUT

Ohne den Abwehrchef verliert die Eintracht meist

Für Negativ-Schlagzeilen hat Eintracht Frankfurts Abwehrchef David Abraham im vergangenen November gesorgt. In der Nachspielzeit der Partie gegen den SC Freiburg (0:1) schickte er den Freiburger Trainer Christian Streich mit einem Check zu Boden. Die Folge: Platzverweis, eine siebenwöchige Sperre und eine vereinsinterne Geldstrafe.

Danach ist es bemerkenswert ruhig geworden um den Argentinier, der Mitte Juli 34 Jahre alt wird. Nicht einmal eine gelbe Karte sah der eisenharte Verteidiger in der Liga mehr. Dafür stellte er seinen Wert für die Mannschaft nachdrücklich unter Beweis – zuletzt beim 2:1 über Schalke 04. Da war der 1,88-Meter-Hühne Spieler des Spiels, köpfte zunächst das 2:0 und verhinderte später den Ausgleich.

Beim 1:1 gegen den 1. FC Köln durfte er pausieren – und prompt reichte es nicht für einen Dreier, mit dem die Eintracht womöglich noch Chancen auf eine Europa-League-Teilnahme gehabt hätte. In dieser Saison gewann die Mannschaft von 14 Bundesligabegegnungen ohne Abraham gerade eine. Mit dem Capitano waren es elf Siege aus 19 Partien – im Schnitt 0,5 stehen 1,9 Punkte gegenüber.

Abraham hat bereits einiges erlebt in seiner Karriere. An der Seite des späteren Weltfußballers Lionel Messi wurde er 2005 mit Argentinien U20-Weltmeister. Mit dem FC Basel errang er zwischen 2008 und 2012 drei Meisterschaften und zwei Pokalsiege in der Schweiz. Über den spanischen Erstligisten FC Getafe fand er schließlich den Weg in die Bundesliga. Im Januar 2013 wechselte er nach Hoffenheim, zweieinhalb Jahre später dann zur Eintracht.

In einer Reihe mit Vereinslegende Charly Körbel

Dort entwickelte er sich schnell zum Abwehrchef. Der Mann mit der Nummer 19 punktet neben seinem guten Stellungsspiel und starken Zweikämpfen vor allem mit seiner Schnelligkeit. Damit kann er viele Situationen zu entschärfen, noch bevor es brenzlig wird. 2017 holte er mit der Eintracht den DFB-Pokal und war der erste Kapitän seit Vereins-Legende Charly Körbel, der den Pott in den Hauptstadthimmel recken durfte.

Abraham, der gut Deutsch spricht, ist auch Integrationsfigur, steht seinen spanischsprachigen Teamkollegen mit Rat und Tat zur Seite. Insgesamt genießt er großes Vertrauen von Mitspielern und Verantwortlichen. Deswegen blieb er auch nach seinem Ausraster gegen Streich Kapitän.

Sein Vertrag läuft noch bis 2021. Zuletzt war über eine vorzeitige Rückkehr nach Argentinien spekuliert worden. Doch dazu wird es nicht mehr kommen. Zumindest die kommenden sechs Monate werde er noch bei der Eintracht bleiben. “Dann werde ich meine Karriere definitiv beenden, nach Frankfurt spiele ich also nicht mehr professionell Fußball”, sagte er kürzlich in einem Interview.

Von Stephan Köhnlein

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