Bienen ziehen am Landratsamt ein

Fünf Bienenvölker haben Einzug auf dem Gelände der Kreisverwaltung gehalten. Sie gehören Daniel Kratz (rechts), der mit seiner Arbeit als Imker ebenso zur Artenvielfalt beiträgt wie die Gärtnerin Sylvia Mohr (Zweite von rechts), die ebenfalls beim Gebäudemanagement des Kreises beschäftigt ist. Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer und Elke Grimm, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, freuen sich über das Engagement. Foto: Kreisverwaltung

Kreis fördert Artenvielfalt durch verschiedene Maßnahmen

Kreis Groß-Gerau – Fünf Bienenstöcke stehen seit Kurzem auf dem Gelände der Groß-Gerauer Kreisverwaltung. Dort platziert hat sie – nach entsprechender Absprache – Daniel Kratz, Mitarbeiter des Kreises im Gebäudemanagement. Er ist leidenschaftlicher Imker, hat bereits Bienenvölker in Griesheim und an der Prälat-Diehl-Schule in Groß-Gerau. Weitere Stöcke will Daniel Kratz im Odenwald aufstellen.

Elke Grimm, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis Groß-Gerau, und der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer – der sich selbst schon einmal mehrere Jahre als Imker betätigt hat – statteten den Bienenvölkern am Landratsamt jetzt einen Besuch ab und lobten die Initiative des jungen Kollegen. Denn Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten tragen maßgeblich zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei.

„Ihre Bestäubungsleistung ist essenziell, damit Wild- und Kulturpflanzen Früchte tragen und Samen ausbilden. In den Ballungsgebieten fehlt es leider oft an Bienenweiden, die auch nach der Obst- oder Rapsblüte Bienen und andere Bestäuber mit Nektar und Pollen versorgen“, sagt Daniel Kratz. Der Standort an der Kreisverwaltung allerdings sei ideal. Im Umkreis von fünf Kilometern – dies ist der Flugradius der Bienen – gibt es jede Menge Bäume (Kirsch- und Apfelbäume, Akazien, Kastanien und Linden) und weitere Blühpflanzen, die nach und nach blühen, was für eine ganzjährige Standort-Imkerei von Vorteil ist.

„Die Kreisverwaltung Groß-Gerau geht beim Thema Biodiversität mit gutem Beispiel voran. Wir wollen die Artenvielfalt erhalten und fördern – und gern auch über unsere Aktivitäten informieren, um andere zum Nachahmen anzuregen“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete. Er und Elke Grimm weisen zudem darauf hin, dass der Kreis Möglichkeiten hat, Naturschutzmaßnahmen zu fördern (Infos dazu im Internet auf https://www.kreisgg.de/umwelt/naturschutz/foerdermoeglichkeiten/). „Natur und Umwelt werden uns diese Anstrengungen danken. Letztlich profitieren auch wir Menschen von der Pflege von Flora und Fauna“, so Astheimer.

Denn Bienen und Co. sichern nicht nur die Vermehrung der Blütenpflanzen und zugleich die Nahrungsgrundlage vieler Tierarten. Auch für die Landwirtschaft sind sie von enormer Bedeutung. Rund 80 Prozent aller Pflanzenarten, die unsere Nahrung sichern, sind auf den Besuch von Bestäuber-Insekten angewiesen. Von der Bestäubung durch Honig- und Wildbienen hängen in Deutschland wichtige landwirtschaftliche Erträge im Pflanzen- und Obstbau ab.

Unter anderem darum hat der Kreistag bereits Ende 2017 beschlossen, mehr für die Landschaftspflege zu tun sowie die Artenvielfalt auf kreiseigenen Grünflächen durch Extensivierung der Pflege zu fördern. In enger Zusammenarbeit mit der Biologin Dr. Eva Distler gestaltet das Gebäudemanagement bereits kreiseigene Liegenschaften mit Biodiversitätsflächen aus. Auf Seiten der Kreisverwaltung kümmert sich die Gärtnerin Sylvia Mohr um die Projekte in enger Abstimmung mit den Kolleg*innen der Naturschutzbehörde.

Geplant ist, Flächen am Landratsamt und an Schulen umzugestalten. Zum im Kreistag verabschiedeten Biodiversitätsprogramm zählt zum Beispiel, bei der Neuplanung von Freiflächen diese naturnah durch Pflanzung und Ansaat heimischer Arten zu gestalten. Bäume sollen so gepflegt werden, dass sie ein möglichst hohes Alter erreichen. Nist- und Ruhestätten für Vögel, Fledermäuse und Insekten soll es an allen kreiseigenen Gebäuden geben, die entweder neu gebaut oder saniert werden. Es erfolgt eine ökologische Baubegleitung bei allen Baumaßnahmen. Ein jährlicher Monitoringbericht zu den jeweiligen Arbeiten wird vorgelegt.

ggr

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