Wissensrouten der Kreisvolkshochschule jetzt online

Die Kursteilnehmer Wube Alemayehu und Adamou Mamo Kebede (Mitte) in der ehemaligen Synagoge in Erfelden im Gespräch mit Walter Ullrich (rechts). Links der Mediencoach Alexander Chudzinski hört interessiert zu. Foto: Rolf Heintzenberg

Interaktive Landkarte zeigt Orte der Erinnerung im Kreis

Kreis Groß-Gerau – Die Ergebnisse der Spurensuche im Rahmen des Projekts „Wissensrouten“ an der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau können sich sehen lassen: Walter Ullrich machte im Archiv in der ehemaligen Synagoge die Projektteilnehmenden mit vielen Alltagsgeschichten über das jüdische Leben in Erfelden vertraut. Das Archiv pflegt der Verein Jüdische Kultur und Geschichte im Kreis Groß-Gerau. In der Gedenkstätte der KZ-Außenstelle in Mörfelden-Walldorf wiederum sammelten die Teilnehmenden gemeinsam mit Claudia Battistella Informationen zur Geschichte der 1.700 jüdischen Frauen aus Ungarn, die zwischen August und November 1944 im Lager inhaftiert und die Landebahnen des Flughafens bauen mussten.

Unterstützt von Rolf Heintzenberg, Fotograf und Dozent an der KVHS, und dem Medienprofi Alexander Chudzinski erstellten die drei Workshop-Teilnehmenden ihre Beiträge mit Mikrofon und Kamera weitgehend selbst. Diese sind nun auf einer interaktiven Landkarte zu sehen, neben anderen Orten der Erinnerung in Hessen: https://www.wissensrouten-karte.de/

Interessant bei dieser gemeinsamen Erinnerungsarbeit ist, dass die kleinteilige Recherchearbeit nicht nur von dem Wissen profitiert, das in den Archiven oder vor Ort gefunden, erzählt oder sichtbar wird, sondern auch von der Fragestellung und Perspektive der Forschenden selbst. Diese besaßen im Groß-Gerauer Projekt viel eigene Vorerfahrung mit der jüdischen Geschichte bzw. brachten als Zugewanderte aus Äthiopien starkes Interesse für den Umgang mit jüdischer Geschichte in Deutschland mit.

In dem Blog auf der Website der Wissensrouten  https://www.wissensrouten.de/blog sind die einzelnen Etappen dieses „Digital Storytellings“ und die in den letzten Jahren entstandenen Beiträge anderer Initiativen einzusehen. In jeder der „Wissensrouten“, unter anderem zum Thema der deutsch-deutsche Grenze, steht der Austausch von Menschen verschiedener Generationen über ihre Erkenntnisse, Fragen und persönlichen Erfahrungen im Mittelpunkt. Und fast unmerklich, weil die gemeinsame Arbeit an einem hör- und sichtbaren Ergebnis Spaß macht, erweitern die Mitwirkenden ihre Medienkompetenz.

Die Wissensrouten, die der Volkshochschulverband aus Mitteln des Landes Hessen fördert und publiziert, machen neugierig auf weitere Geschichten aus dem Kreis Groß-Gerau. Material gibt es genug, es braucht nur noch Forschungswillige und Menschen, die ihr Wissen weitergeben wollen. Ab Herbst 2020 wird sich der Fachbereich Politische Bildung der KVHS in Zusammenarbeit mit dem Museum in Mörfelden-Walldorf der Geschichte der Waldenser widmen und die dabei entstehenden medialen Beiträge – über die Auswirkungen von Flucht auf das Leben der Menschen gestern und heute – auf der Landkarte der Wissensrouten eintragen lassen.

Info:

Wer noch teilnehmen oder mehr über das Projekt erfahren möchte, wendet sich an die Kreisvolkshochschule Groß-Gerau,  per E-Mail: info@kvhsgg.de oder Telefon: 06152 – 1870-101 oder -103.  Die hessischen Wissensrouten sind über folgende Website abrufbar: https://www.wissensrouten.de

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