„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“

Finanzvorstand Oliver Frankenbach. Foto: Jan Huebner

Eintracht-Finanzvorstand Frankenbach hat keine Bedenken für laufende Saison

Über Jahre hinweg hat Finanzvorstand Oliver Frankenbach Eintracht Frankfurt finanziell fitgemacht. Trotz der massiven Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zeigt sich der Diplom-Kaufmann zuversichtlich, dass die in den vergangenen Monaten eingeleiteten Maßnahmen greifen: „Deshalb hatte ich auch nie Bedenken, dass wir diese Saison finanziell überstehen“, sagte er im Podcast der Eintracht.

„Wenn ich ein Jahr zurückdenke, hat noch keiner daran gedacht, dass das Virus eine Pandemie nach sich ziehen würde“, sagte er. „Das war einfach irgendein Virus, von dem man glaubte, dass es relativ schnell wieder verschwinden und alles relativ schnell wieder ganz normal sein würde.“ Doch es kam anders. „Wir haben die Zeit von Februar bis Oktober vergangenen Jahres dazu genutzt, uns finanziell breiter aufzustellen. Wir haben verschiedenste Maßnahmen zur weiteren Liquiditätssicherung für den Verein ergriffen“, sagt er und fügt an: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“

Man sei nicht gezwungen gewesen, Spieler zu verkaufen, um zu überleben. Aber natürlich habe man irgendwann auch darüber nachdenken müssen, wie man wieder Geld umsetze. Als ihm Sportvorstand Fredi Bobic in der Winterpause mitgeteilt habe, dass Angreifer Bas Dost gehe, habe er gewusst, dass Bobic „schon wieder eine Idee im Kopf hat, wie man dieses scheinbar negative Erlebnis wieder in ein positives umwandeln kann“. Dann kam Luka Jovic, dessen Leihrückkehr von Real Madrid ein finanziell guter Deal gewesen sei, wie Frankenbach schmunzelnd einräumt.

Hoffnung auf baldige Rückkehr der Zuschauer

In den rund 20 Jahren, die Frankenbach mittlerweile für die Eintracht arbeitet, sieht er vor allem die Zeit unter Vorstand Heribert Bruchhagen als Wendepunkt zu mehr finanzieller Solidität. „Er war einer der Ersten, der keine sportliche Entscheidung getroffen hat, ohne sich vorher mit den Finanzverantwortlichen abzustimmen“, sagt er. „Diese Expertise hat man davor nicht besonders zurate gezogen.“

Nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten würde Frankenbach eine Rückkehr der Zuschauer in die Stadien begrüßen. „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir vielleicht die beiden letzten Spieltage der laufenden Saison mit einer geringen Zahl von Zuschauern im Stadion bestreiten können“, sagt der 53-Jährige, der selbst mit einem schweren Corona-Verlauf im Krankenhaus gelegen hatte. Allerdings mache es derzeit überhaupt keinen Sinn, bei der Zuschauerfrage Druck auf die Politik auszuüben. „Dafür gibt es momentan andere, größere Probleme.“

Von Stephan Köhnlein

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