Wie die Eintracht den Grundstein für die Meisterschaft legte

Geschichte rund um den Verein gibt es auch im Eintracht-Museum zu sehen. Foto: Jan Huebner

Vor 70 Jahren bereiste das Team die USA bereiste und nicht nur viel Geld verdiente

Die außergewöhnliche Tour vor 70 Jahren hat Eintracht Frankfurt auf seiner Homepage eindrucksvoll dokumentiert: Nach dem Hamburger SV war die Eintracht wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg erst die zweite deutsche Mannschaft in den USA. Binnen 25 Tagen absolvierte die Mannschaft acht Spiele, von denen sie sechs gewann. Alfred Pfaff und seine Mitspieler erzielten 42 Tore. Über 70.000 Zuschauer besuchten die Partien. 50.000 Dollar Spenden wurden generiert.

Die Spenden ermöglichten den Wiederaufbau der Tribüne an der Heimspielstätte am Riederwald. Vorstandsmitglied Axel Hellmann sagte bei der Eröffnung des Büros in New York im vergangenen Jahr: „Ohne diese 50.000 Dollar wären wir nicht 1959 Deutscher Meister geworden und stünden heute nicht da, wo wir stehen.“

Anfang Januar 1951 lud der Deutsch-Amerikanische Fußballbund (DAFB) die Eintracht Frankfurt ein, im Mai des Jahres in den USA zu spielen. Neben einem beträchtlichen Prestigegewinn versprach eine Tour durch die USA auch einen finanziellen Erfolg. Und Geld konnte die Eintracht dringend brauchen. Das alte Riederwaldstadion war im Krieg zerstört worden. Seit 1949 war die Stadt Frankfurt dabei, der SGE eine neue Sportanlage in der Nähe des alten Stadions zu errichten. Die neue Tribüne aber musste der Verein selbst finanzieren.

Vereinsabzeichen, Bildbände und 15 Dosen Frankfurter Würstchen

So brach die Eintracht am 2. Mai 1951 auf zur großen Reise in die Staaten, die bis Anfang Juni dauern sollte. Im Gepäck hatte die Truppe neben funkelnagelneuen Trainingsanzügen und einem Satz neuer Trikots vor allem auch Geschenke: 400 Festschriften vom 50. Vereinsjubiläum 1949, 3000 Vereinsabzeichen, ein Zentner Bildbände über Frankfurt und 15 Dosen Frankfurter Würstchen.

Am 6. Mai stand die Eintracht erstmals auf dem Feld. Gegen eine Auswahlelf des DAFB gab es ein 5:2 für die SGE. Der Gegner erhielt zum Trost die Frankfurter Würstchen, die nur mit Problemen durch den US-Zoll gelangt waren. Nach einigen Tagen in New York begann am 9. Mai die große Rundreise durch die Staaten. Die Ergebnisse spielten dabei eher eine untergeordnete Rolle. Vielmehr beeindruckte die Berichterstatter, dass Trainer Kurt Windmann vor laufender Kamera sprach im Fernsehen sprach.

Der Spielausschussvorsitzende Willi Balles bezeichnete die Reise bei der Abschlussveranstaltung als „das größte und schönste Ereignis in der traditionsreichen Geschichte der Eintracht“. Dem großen Abschied in New York folgte ein noch größerer Empfang in Frankfurt. Mehr als 5000 Menschen begrüßten die erschöpften Kicker nach ihrer Rückkehr am Main. 1952 wurde die Tribüne am Riederwald gebaut, finanziert mit Hilfe der Einnahmen der Reise durch die Staaten. Sieben Jahre später war die Eintracht Deutscher Meister.

Von Stephan Köhnlein

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