Wehlmann: Trainer steht nicht zur Disposition

Sportchef Carsten Wehlmann (links) im Gespräch mit Tom Eilers. Foto: Arthur Schönbein

Lilien-Sportchef nimmt vor allem die Mannschaft in die Pflicht

Zehn Spiele, sieben Niederlagen, ein Unentschieden und nur zwei Siege – die Bilanz des SV Darmstadt 98 in diesem Jahr ist beunruhigend. Einen Tag nach der 0:1-Heimniederlage gegen den Karlsruher SC nahm Sportchef Carsten Wehlmann jedoch vor allem die Mannschaft in die Pflicht und stärkte dem zunehmend unter Druck geratenden Trainer Markus Anfang den Rücken.

„Letztlich geht es darum, dass wir alle gemeinsam schauen, wie wir dagegen ankämpfen können“, sagte Wehlmann. „Damit meine ich alle gemeinsam: den Verein, die sportliche Führung, das Trainerteam und insbesondere Mannschaft.“ Der Trainer stehe nicht zur Disposition, sagte Wehlmann nach mehrfacher Nachfrage. Anfang wirke keineswegs ratlos. Er bereite das Team jeden Tag akribisch vor. Es liege an der Mannschaft, das umzusetzen. „Dafür muss jeder alles tun, sich hinterfragen, was er noch mehr tun kann.“

„Wenn Zuschauer da gewesen wären …“

Gerade in der zweiten Halbzeit gegen Karlsruhe hat Wehlmann nach eigener Aussage die Konsequenz auf dem Platz vermisst und auch die Lautstärke bei den Lilien-Spielern auf dem Platz. „Wenn Zuschauer da gewesen wären, wäre es nach Abpfiff sicher ein bisschen laut geworden am Ende – und das zu Recht“, sagte er.

Zur Kritik an der Kaderplanung sagte Wehlmann, er habe grundsätzlich Vertrauen in die Mannschaft. „Wir trauen den Jungs das zu, das haben sie schon gezeigt“, sagte er. Allerdings müssten sie sich noch stärker hinterfragen. Dass es mit dem Ausfall von Aaron Seydel und Felix Platte gegen Karlsruhe keinen robusten Stürmer fürs Zentrum im Kader mehr gab, müsse man akzeptieren. „Wir können nicht jede Position drei- oder vierfach besetzen“, sagte er.

Wehlmann von Wende überzeugt

Angesprochen auf Winterneuzugang Samuele Campo, der nach vier Spielen gegen Karlsruhe erstmals eingewechselt wurde, stellte Wehlmann klar, dass der Verein keinen Spieler hole, den irgendjemand nicht haben wolle.  „Das haben wir als Darmstadt 98 in der Vergangenheit nicht gemacht und das werden wir auch in der Zukunft nicht machen.“

Man wisse, dass man sich im Abstiegskampf befinde und in der nächsten Zeit endlich Ergebnisse liefern müsse. Grundsätzlich gab sich Wehlmann zuversichtlich, dass der Mannschaft das auch gelingt. Auf die Frage, was passieren müsste, dass er nicht mehr vom Turnaround überzeugt wäre, sagte Wehlmann: „Die Frage stellt sich für mich nicht, weil ich davon voll überzeugt bin.“

Bereits am Freitag haben die Lilien beim SC Paderborn die Chance, die Wende einzuleiten. Allerdings gab es gegen die Westfalen zuletzt zwei schmerzhafte Niederlagen. In der Hinrunde verlor man am Böllenfalltor 0:4. Das letzte Auswärtsspiel kurz vor Weihnachten 2018 ging sogar mit einem krachenden 2:6 verloren.

Von Stephan Köhnlein

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