Warum Matthias Bader unbedingt weg aus Köln wollte

Der Winterneuzugang des SV Darmstadt 98 im Gespräch

Er war Jugendnationalspieler, machte in der 3. Liga beim Karlsruher SC auf sich aufmerksam. In Köln wollte Matthias Bader den nächsten Schritt auf der Karriereleiter machen. Doch letztlich bedeuteten die eineinhalb Jahre bei den Geißböcken einen Karriereknick. Die Gründe dafür sind vielfältig. In Darmstadt nimmt der 22 Jahre alte Rechtsverteidiger nun einen neuen Anlauf – an der Seite eines alten Bekannten, wie er in einem Interview des Online-Magazins Lilienblog verriet, das hier in Auszügen abgedruckt wird.

In Köln lief es zuletzt ja nicht so gut für Sie. Wie kam es dann zu dem Wechsel nach Darmstadt?

Matthias Bader: Darmstadt hat von Mandela Egbo das Signal bekommen, dass er gerne wechseln wollte. Da haben sie Ersatz gesucht. Mein Berater hat mich angeboten, weil ich mit meiner Situation in Köln unzufrieden war. Das ging nicht so weiter. So kam der Kontakt zustande.

Gab es denn schon vorher Kontakt zu Darmstadt? Sie haben ja mit Marvin Mehlem gemeinsam in Karlsruhe gespielt …

Matthias Bader: Wir sind der gleiche Jahrgang, haben seit der Jugend gemeinsam gespielt, sind auch gemeinsam zu den Profis hochgegangen. Nach dem Abstieg von Karlsruhe ist er nach Darmstadt gegangen, ich habe noch ein Jahr 3. Liga gespielt und bin danach nach Köln gewechselt.

Sind Sie befreundet?

Matthias Bader: Also, Marvin hat mich nicht nach Darmstadt geholt. In der Jugend habe ich nicht in Karlsruhe gewohnt, sondern 50 Kilometer weit weg bei Pforzheim und habe meine Freizeit da verbracht. Von daher waren wir da noch keine richtigen Freunde. Als es dann zu den Profis hochging, waren wir aber schon öfter mal zusammen unterwegs. Und hatten engen Kontakt

Sie haben jetzt einen Vertrag bis 2022. Wie sind Ihre Pläne hier?

Matthias Bader: Ich möchte mich natürlich hier durchsetzen und am liebsten zum unangefochtenen Stammspieler aufsteigen. Darmstadt ist ein Club, in dem man sich richtig gut entwickeln kann. Ein gestandener Zweitligist mit erfahrenen Spielern, an denen man sich hochziehen kann.

Es war zu lesen, dass auch ein Leihgeschäft eine Option war. Stimmt das?

Matthias Bader: Ich wollte unbedingt aus Köln weg. Ich möchte so hoch wie möglich spielen. Das war bei der Regionalliga-Mannschaft von Köln nicht möglich – auch wenn man sich dort vielleicht gefreut hätte. Von daher wäre eine Leihe möglich gewesen. Aber ich jetzt sehr froh, dass es sich so ergeben hat und danke den Kölnern, dass sie da keine Steine in den Weg gelegt haben. Und ich freue mich, dass ich hier ein Verein gefunden habe, der mir so ein Vertrauen entgegenbringt, obwohl ich eineinhalb Jahre ziemlich weg vom Fenster war.

Haben Sie eine Erklärung, wieso es in Köln nicht so lief?

Matthias Bader: Da gibt es sicher viele Faktoren. Eine endgültige Erklärung habe ich nicht. Meine Freundin ist mit nach Köln gezogen. Ich habe viele Freunde dort. Sportlich war ich gefühlt zur falschen Zeit am falschen Ort. Das soll aber keine Ausrede sein. Ich hätte vielleicht noch ein bisschen verbissener kämpfen können. Aber es war einfach eine sehr schwere Zeit mit vielen Rückschlägen. Vielleicht habe ich mich manchmal etwas hängen lassen. Aber ich habe auch Gas gegeben, und es hat keiner gesehen. Es war wohl eine Kombination aus beidem. Und ich hatte nicht das Gefühl, dass es nochmals besser geworden wäre. Insofern bin ich froh über den Schnitt.

 

Von Stephan Köhnlein

 

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