Verdienstorden für ein Lebenswerk

Hessischer Verdienstorden für Walter Glock: (v.l.) Landrat Thomas Will, Bürgermeister Werner Amend, Herta und Walter Glock, Staatssekretär Thomas Metz. Foto: haza-foto.com

Staatssekretär Thomas Metz verleiht Walter Glock hohe Auszeichnung 

Riedstadt – Eine der höchsten Auszeichnungen, die unser Staat zu vergeben hat, erhielt am vergangenen Mittwoch (17.) der ehrenamtliche Museumsleiter und Erfelder Heimatforscher Walter Glock. Staatssekretär Thomas Metz vom hessischen Ministerium der Justiz überreichte den Hessischen Verdienstorden am Bande und erläuterte in einer profunden Laudatio den Werdegang des Geehrten.

Walter Glock ist seit 1973 Leiter des Philipp-Schäfer-II-Museums Erfelden und voller Hingabe und Leidenschaft mit der Erforschung der Heimatgeschichte befasst. Schon Bürgermeister Werner Amend hatte bei seiner Begrüßung darauf hingewiesen, dass Glock sich 15 Jahre – nach der Übernahme der Museumsleitung von Erfeldens Alt-Bürgermeister Philipp Schäfer – als Einzelkämpfer für das Museums und den Erhalt des historischen Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert eingesetzt habe. Mit der Gründung des Heimat- und Museumsvereins 1988 kamen Unterstützer und Mitstreiter hinzu, denen die wertvollen Bestände im alten Erfelder Rathausgebäude in der Erfelder Wilhelm-Leuschner-Straße ebenso am Herz lagen.

Da das langjährige Engagement Glocks untrennbar und sehr eng mit dem Erfelder Heimatmuseum verbunden ist, wäre das Fachwerkgebäude eigentlich auch der passendste Ort für die Feierstunde gewesen. Doch momentan ist Walter Glock damit befasst, das wertvolle Gemeindearchiv aus dem Fachwerkhaus in den modernen Anbau zu verlagern. Deshalb war dort für die Veranstaltung nicht genügend Platz, so dass man in ein anderes, aber nicht weniger geschichtsträchtiges Gebäude auswich – das Geburtshaus Georg Büchners in der Goddelauer Weidstraße.
In der Ansprache des Wiesbadener Gastes hieß es, Glock habe sich besondere Verdienste um den Aufbau und die Pflege des Gemeindearchivs erworben, das bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Ein Archiv, das „ziemlich einmalig in Hessen sein dürfte“, wie Bürgermeister Amend erläuterte.
Ein besonderes Thema, dem sich Glock seit über vier Jahrzehnten widmet, ist die historisch wichtige Rheinüberquerung der schwedischen Truppen unter König Gustav Adolf im Dreißigjährigen Krieg. Besuchergruppen aus Schweden und zahlreiche Museumsbesucher oder Schülergruppen fanden in diesen Jahren mit Walter Glock einen lebendigen Erzähler.
Neben der passionierten Sammel- und Forschungsleidenschaft ist es Walter Glock vor allem auch wichtig, sein Wissen und seine Begeisterung an andere weiterzugeben. Auch diese besondere Fähigkeit wurde bei der Dankesrede hervorgehoben.
Natürlich gehören für einen Ort wie Erfelden am Rhein auch die Gefahren eines Hochwassers zur Geschichte. Auch hierzu weiß Glock viel, kann viel an Dokumenten zeigen oder aus eigener Anschauung berichten. Täglich könne man ihn dabei erleben, wie er pünktlich um neun Uhr den Rheinwasserstand am Erfelder Pegel messe, schilderte Staatssekretär Metz.
Die Geduld und Strukturiertheit des Archivars, die pädagogischen Fähigkeit des Museumsleiters und Referenten sowie seine Disziplin und Zuverlässigkeit sind hinreichend Gründe für die Auszeichnung mit dem Verdienstorden. „Sie verkörpern Geschichte“, fasste Metz ein Lebenswerk zusammen.
Auch Landrat Thomas Will war zum Büchnerhaus gekommen, um die Glückwünsche des Kreises zu der Ehrung zu überbringen. Auch er dankte für ein vorbildliches, jahrzehntelanges Engagement.

ggr

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