Trauer um Horst „Schotte“ Trimhold

Trauer bei Eintracht Frankfurt. Foto: Jan Huebner

Eintracht-Urgestein stirbt mit 80 Jahren

Er stand am ersten Spieltag der Bundesliga 1963 für die Eintracht auf dem Platz. Im Februar feierte er noch seinen 80. Geburtstag. Jetzt ist Horst „Schotte“ Trimhold gestorben.

Trimhold stammte aus dem Ruhrpott, war gebürtiger Essener. Mit Schwarz-Weiß Essen feierte er 1959 den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, als die Mannschaft mit einem 5:2 gegen Borussia Neunkirchen den DFB-Pokal gewann.

Den Spitznamen „Schotte“ hat er auch aus seiner Essener Zeit. Als er dort seinen ersten Vertrag unterschrieben hatte, musste er acht Wochen lang auf das Gehalt warten. „Die Mannschaftskameraden wollten, dass ich einen ausgebe“, erzählte er später. „Ich habe gesagt, das mache ich erst, wenn das Gehalt da ist. Und schon war ich der ‚Schotte‘“.

In Nationalmannschaft debütierte er am 30. September 1962 in Zagreb gegen Jugoslawien. Deutschland gewann 3:2, doch für Trimhold blieb es sein einziges Länderspiel. Dennoch: „Dieses eine Länderspiel in Zagreb, zudem an der Seite von Vorbildern und Kohlenpott-Größen wie Timo Konietzka, Jürgen Schütz oder Willi Schulz und einem Weltstar wie Karl-Heinz Schnellinger, überragt alle Erfolge“, versicherte Trimhold im Rückblick.

Bundesliga-Premiere gegen Kaiserslautern

1963 stieß er zur Eintracht. Er stand in der Mannschaft, die zur Bundesliga-Premiere gegen den 1. FC Kaiserslautern 1:1 spielte. Am Ende der Saison erreichte er mit den Adlerträgern das DFB-Pokalfinale, das gegen den TSV 1860 München 0:2 verloren ging. Bis 1966 absolvierte Trimhold 71 Bundesligapartien für die Eintracht, dazu beide Begegnungen im Messepokal 1964 gegen den FC Kilmarnock.

Amateurmeister mit dem FSV Frankfurt

Danach wechselte er zunächst zu Borussia Dortmund und später zum FSV Frankfurt. Mit dem FSV feierte Trimhold 1972 die deutsche Amateurmeisterschaft. Im Finale gegen den TSV Marl-Hüls erzielte in der 90. Minute den Siegtreffer zum 2:1. 1975 führte er den Verein sogar bis in die Zweite Bundesliga, wurde später zum Ehrenspielführer ernannt. 1978 beendete er seine Spielerkarriere. Bei Trimholds Abschiedsspiel zählte sogar Weltstar Pelé zu den Gästen

Nach seiner Laufbahn leitete Trimhold eine Druckerei in Hanau. Dabei war er auch Drucker für den Deutschen Fußball-Bund (DFB), der ihn in einem Nachruf als „großartigen Fußballer, großartigen Typen und liebenswerten Menschen“ würdigte. In den vergangenen Jahren hatte Trimhold immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, wie die Hessenschau berichtete. Nach Angaben seiner Familie ist er nun am 8. April friedlich eingeschlafen.

Von Stephan Köhnlein

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