Paik und Schnellhardt als Opfer des Systems

Nicolai Rapp köpft gegen den 1. FC Nürnberg in der 93. Minute den Siegtreffer für den SV Darmstadt 98. Foto: Arthur Schönbein

Die beiden Mittelfeldspieler kommen derzeit kaum zum Zug

Vergangene Saison gehörten beide noch zum Stamm des SV Darmstadt 98, doch mit dem Verlauf der aktuellen Spielzeit kann weder Seung-ho Paik noch Fabian Schnellhardt zufrieden sein. Der südkoreanische Nationalspieler wurde im Pokal gegen Drittligist 1. FC Magdeburg (3:2) bei seinem glücklosen Einsatz (allerdings auf ungewohnter Position als Flügelspieler) aus- und in der Liga gegen Sandhausen und Nürnberg eingewechselt. Schnellhardt kam im Pokal als Joker, ist in der Liga noch ohne Einsatz.

Beide sind Leidtragende des neuen Systems von Trainer Markus Anfang. Dessen Vorgänger Dimitrios Grammozis setzte meist auf ein 4-2-3-1-System mit zwei eher defensiven Mittelfeldspielern. Neben Führungsspieler Victor Pálsson kamen dort meist Paik oder Schnellhardt zum Einsatz. Anfang bevorzugt ein 4-1-4-1-System bei dem diese zweite zurückgezogene Position im Mittelfeld weggefallen ist. Und in der Zentrale der Offensivreihe haben derzeit Marvin Mehlem und Tobias Kempe die Nase vorn.

Abgänge auf dieser Position kann sicher der SV Darmstadt 98 nicht leisten

Sowohl Paik als auch Schnellhardt haben ihre Stärken klar im Spiel nach vorne. Als Pálsson zum Saisonauftakt gegen Sandhausen gesperrt fehlte, setzte Anfang deswegen dann doch lieber auf den defensivstärkeren Nicolai Rapp. Allerdings hatte er davor auch laut mit dem Gedanken gespielt, stattdessen den offensivstärkeren Schnellhardt aufzustellen. Auch beim Auswärtsspiel gegen den 1. FC Nürnberg fehlte Pálsson, diesmal wegen einer Länderspielabstellung für die isländische Nationalmannschaft. Und abermals gab Anfang Rapp den Vorzug – was sich bezahlt machte. Rapp köpfte in der Nachspielzeit den Siegtreffer zum 3:2.

Vor diesem Hintergrund kamen kurzzeitig sogar Spekulationen über eine Rückkehr Schnellhardts zum Drittligist MSV Duisburg auf, von wo der Mittelfeldspieler im Sommer 2019 gekommen war. Doch Zebra-Coach Torsten Lieberknecht erteilte solchen Spekulationen eine deutliche Absage. Einen Aderlass auf dieser Position könnte sich der SV Darmstadt 98 ohnehin nicht leisten. Anfang betont immer wieder, dass er für die dicht getaktete Saison quasi ohne Winterpause einen ausgeglichenen und leistungsstarken Kader brauche. Da werden auch Paik und Schnellhardt ihre Chance bekommen.

Von Stephan Köhnlein

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