Ognjen Ozegovic: Von Belgrad ans Bölle

Der 25 Jahre alte Serbe soll den Lilien-Sturm verstärken

Ognjen Ozegovic kam kurz vor Transferschluss von Partizan Belgrad zu den Lilien. Der 25 Jahre alte serbische Angreifer soll den Sturm des SV Darmstadt 98 beleben. Beim 3:3 gegen den 1. FC Nürnberg blieb er selbst nach seiner Einwechslung zwar noch ohne Treffer. Aber zumindest indirekt machte sich seine Verpflichtung schon bezahlt: Sein Konkurrent im Angriff, Serdar Dursun, bot sichtlich beflügelt seine bislang beste Saisonleistung und erzielte zwei Tore.

Eigentlich sollte Ozegovic nach Norwegen wechseln. Sein Verein war sich mit Rosenborg Trondheim schon einig. Doch der Angreifer wollte nicht nach Skandinavien. Dann meldeten sich Darmstadt-Coach Dimitrios Grammozis und der sportliche Leiter Carsten Wehlmann bei ihm. „Sie haben mir gesagt, dass es ihnen gefällt, wie ich spiele, und dass sie einen Stürmer wie mich haben wollen. Jemanden, der den Ball halten kann, der kämpft und Tore schießt“, sagte Ozegovic dem Online-Magazin Lilienblog. „So habe ich mich entschlossen, hierher zu kommen.“

Ein weiterer Grund ist sei- ne Frau, die aus Offenbach stammt. Für sie und das gemeinsame, sechs Monate alte Töchterchen sucht er jetzt ein Haus in der Umge- bung.

Lob gab es von Trainer Grammozis. „Oggy“, wie er von allen gerufen wird, habe sich in den ersten Tagen sehr offen gezeigt und sei gut mit seinen Mitspielern in Kontakt gekommen, sagte Grammozis. Die Kommunikation funktioniere gut, obwohl er bislang nur Englisch spreche. Zur Not helfe Innenverteidiger Dario Dumic, der bosnische Wurzeln hat, noch manchmal beim Übersetzen. Aber natürlich will der Neue nach eigener Aussage selbst schnell Deutsch lernen.

Ausgebildet wurde Ozegovic bei Roter Stern Belgrad, doch dann wechselte er zu Partizan.

Schlimmer als von Darmstadt nach Offenbach

Das ist innerhalb der verfeindeten Fanlager in Belgrad noch schlimmer, als würde ein Spieler von Darmstadt hier nach Offenbach wechseln. Die Fans von Roter Stern hätten ihm das übel genommen, würden ihn „am liebsten umbringen“, sagt er selbst.

Mit seinen 25 Jahren hat der nur 1,80 Meter große Angreifer schon einiges von der Welt gesehen. Er spielte nicht nur in Serbien, sondern auch schon China und Russland. Darmstadt sei nun eine weitere neue Erfahrung. Er habe sich die Zweite Bundesliga öfter im Fernsehen angesehen. Sein Eindruck: „Jeder kann jeden schlagen.“

Er selbst sieht sich mit seinem Kampf und Einsatz gut aufgehoben in der Liga. „Ich bin ein Soldat“, sagt er. „Überall, wo ich gespielt habe, haben die Fans gesehen, dass ich 100 Prozent gebe. Und ich gebe alles für das Team wie ein Freund, wie ein Bruder.“

Foto: Arthur Schönbein

Von Stephan Köhnlein

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