Neue Fachkräfte gewinnen

Ein Teambild entstand zu Beginn des Pflegestützpunkt-Jahrestreffens. Angefangen von vorn links, sind im Uhrzeigersinn zu sehen: Martin Bienefeld, Sibille Hütten, Corinna Koban, Sabine Walter, Vicky Gering-van Husen, Referentin Antje Gade und Polina Maierle. Foto: Kreisverwaltung

Jahrestreffen der Pflegedienstleister mit dem Pflegestützpunkt

Kreis Groß-Gerau – Fachkräfte in der Pflege sind rar und gesucht. Die Herausforderungen für die Kräfte, aber auch für die Pflegedienste sind hoch. Es dauert und ist arbeitsaufwendig, bis es zum praktischen Einsatz auf Station oder im Außendienst kommt. Und selbst wenn die neue Kraft in ihrem Job begonnen hat, tauchen manche Hürden im Alltag auf, die schnell zur Überlastung aller führen können.

Der Pflegestützpunkt Kreis Groß-Gerau und die Altenhilfefachplanung wissen um diese Anstrengungen und um den Bedarf an gut qualifizierten Kräften für den Kreis. So luden sie für das Hauptreferat des Jahrestreffens mit ambulanten und stationären Pflegedienstleistern Antje Gade, Projektleitung des Pflegequalifizierungszentrums Hessen (PQZ), ein. Das PQZ mit Sitz in Marburg hat im vergangenen Juni die Arbeit aufgenommen. Seine Aufgabe ist die sektorenübergreifende Unterstützung und Beratung aller hessischer Arbeitgeber bei der nachhaltigen Fachkräftesicherung in Pflege und Gesundheitsberufen, sagte Antje Gade. Das Zentrum steht zudem auch den Bewerber*innen als Ansprechpartner zur Verfügung. „Ob Anwerbung, Koordination, Beratung oder Qualifizierung – es geht alles bei uns“, betonte die Referentin, die mit einem achtköpfigen Team gestartet ist.

„Wir sind ansprechbar für jeden, nicht nur für die Geschäftsführung eines Unternehmens“, sagte Antje Gade. Auf Arbeitgeberseite liege der Fokus auf kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen. Ziel ist es, „Fachkräfte nachhaltig in den hessischen Arbeitsmarkt zu integrieren“. Dabei helfen können zum Beispiel Qualifizierungsmaßnahmen zur Vorbereitung auf die Eignungsprüfung, berufsbezogene Sprachkurse, Integrationsangebote für internationale Fachkräfte und Coaching-Formate für Führungskräfte. Auch den „Papierkram ans PQZ abgeben“ können Interessierte, so Gade. Das erleichtert sicherlich die Suche, denn der Prozess der Gewinnung einer Fachkraft aus dem Ausland kann 15 bis 18 Monate dauern. Dem Pflegequalifizierungszentrum liegen Bewerbungen aus 38 Ländern vor, erklärte die Referentin. Das PQZ arbeitet im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Infos im Internet finden sich auf PQZ Hessen (pqz-hessen.de)

Martin Bienefeld vom Groß-Gerauer Pflegestützpunkt informierte im Anschluss an das erste Referat über die wesentlichen Änderungen durch das Gesundheitsversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz  (GVWG). Danach gab es einen regen Austausch über das Gehörte. Zum Ende des Treffens informierten die Anwesenden über die jeweils aktuellen Entwicklungen bei ihren Trägern.

Beim Pflegestützpunkt (PSP) selbst ist aktuell die Jahresplanung 2022 in Vorbereitung, sagte Polina Maierle. „Wir wollen wieder Fachvorträge in Präsenz anbieten, das vermissen wir und die Einwohner*innen sehr. Zwar haben wir mit Pressemitteilungen informiert, aber der Austausch fehlte.“ Abgestimmt werden aktuell Vorträge zu folgenden Themen: Leistungen der Pflegeversicherung, Pflege stationär oder ambulant, Pflege und Finanzierungsmöglichkeiten, Hilfsmittelversorgung sowie Entlastung der Familienangehörigen (Familien und Pflegezeitgesetz).

Corinna Koban von der Altenhilfeplanung des Kreises arbeitet am Lebenslagenbericht sowie am gemeinsamen Bericht des Pflegestützpunkts und der Beratungs- und Koordinationsstellen für das Jahr 2020. Außerdem steht der Austausch mit Städten und Gemeinden zum Thema „Digitale Angebote für ältere Menschen im Kreis Groß-Gerau“ auf der Agenda.

Der Pflegestützpunkt im Landratsamt ist wie folgt zu erreichen: Telefon 06152 989-463, Fax 06152 989-109, Mail pflegestuetzpunkt@kreisgg.de. Offene Sprechzeiten sind Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8 bis 12 Uhr, Mittwoch von 14 bis 18 Uhr. Der PSP ist da für pflegebedürftige Menschen, pflegende Angehörige, Menschen mit Behinderung sowie Menschen, die von Behinderung und Pflege bedroht sind.

ggr

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