Mit dem Rad zur Schule

Symbolbild: qtc1995315 auf Pixabay

Kreis weist auf Alternative zur Fahrt mit Bussen hin

Kreis Groß-Gerau – Die Fahrt zur Schule in der Zeit vor Corona bedeutete oft: dichtes Gedränge. Abstand halten in den Schulbussen war kaum möglich. Aktuell gab es kaum Probleme, weil nach dem schrittweisen Neustart des Präsenz-unterrichts zunächst sehr wenige Schüler*innen zur Schule gingen.

Ab Montag, 18. Mai, sollen aber wieder mehr Kinder und Jugendliche die Schulen besuchen. Um dann die Abstandsregeln im ÖPNV einzuhalten, werden zahlreiche Maßnahmen ergriffen – unter anderem soll die Zahl der Busse erhöht werden.

Eine sinnvolle Alternative zu Schulbus und Elterntaxi stellt für den Schulweg aber auch das Fahrrad dar. Neben dem Vorteil, dass es dabei kein Gedränge und daher ein geringes Infektionsrisiko gibt, spricht noch einiges fürs Radfahren: Es ist gesund, stärkt das Immunsystem und trainiert die Lungenmuskulatur. Man ist an der frischen Luft, kann sich im Unterricht besser konzentrieren.

Wer aus aktuellem Anlass nun eine Orientierungshilfe sucht, welche Route für Kinder und Jugendliche vom Wohnort zur Schule in Frage kommt, kann auf den Schülerradroutenplaner (www.schuelerradrouten.de) zurückgreifen. Dieser wurde für alle weiterführenden Schulen im Kreis Groß-Gerau von der Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain  (ivm) im vergangenen Jahr überarbeitet und aktualisiert. Damit liegen nun aktuelle und qualitätsgesicherte Empfehlungen für den Weg zur Schule mit dem Rad vor.

Die Bedienung ist denkbar einfach: Schule auswählen, Startadresse eingeben und Route berechnen lassen

„Gerade in dieser schwierigen und besonderen Zeit möchten wir Schüler*innen motivieren, ihre Wege zur Schule, aber auch in der Freizeit mit dem Fahrrad zurückzulegen. Das Fahrrad ermöglicht den Menschen, die Alltagswege mit einem vergleichsweise geringen Infektionsrisiko zu absolvieren“, rät auch Landrat Thomas Will zur Nutzung des Fahrrads. Der Kreis Groß-Gerau hatte sich bereits 2012 auf den Weg gemacht, gemeinsam mit der ivm ein Schülerradroutennetz zu erarbeiten. Er ergriff im vergangenem Jahr die Möglichkeit, dieses Netz mit fachplanerischer Unterstützung durch das Büro Verkehr mit Köpfchen zu aktualisieren. Schulen hatten die Möglichkeit, bei Projekttagen selbst mitzuwirken. Landrat Thomas Will sagt dazu: „Wir haben diejenigen eingebunden, die die Wege und den aktualisierten Routenplaner nutzen sollen –  Schüler*innen bewegen sich heute schon sicher und voller Vertrauen auf ihren Routen.“

Aber auch die Mitarbeit der kreisangehörigen Kommunen war ein Schwerpunkt im Projekt. Die Kommunen gaben dem Planungsbüro Hinweise, an welchen Stellen im Radverkehrsnetz Änderungen vorgenommen wurden. Die überarbeiteten Routenvorschläge wurden in sogenannten Schülerradroutenbeiräten mit Vertretern von Schulen, Politik, Verwaltung und Polizei abgestimmt. „Dieses Verfahren zur Erarbeitung und Aktualisierung von Schülerradroutennetzen ist für die Region Frankfurt RheinMain und weitere Landkreise bzw. kreisfreie Städte in Hessen bereits mehrfach erfolgreich umgesetzt worden. Wir schaffen damit eine gute Grundlage für mehr Vertrauen in das Fahrrad als Verkehrsmittel auf dem Schulweg – auch auf Elternseite“, erklärt ivm-Geschäftsführerin Heike Mühlhans.

Mehr als 300 weiterführende Schulen in Hessen sind bereits an das Schülerradroutennetz angeschlossen, das eine Gesamtlänge von mehr als 3800 Kilometern aufweist. Das aktualisierte Schülerradroutennetz umfasst den gesamten Landkreis, immer mit einem Fünf-Kilometer-Radius um die jeweilige Schule. Die Darstellung im Schülerradroutenplaner beinhaltet neben den besten Radrouten auch sogenannte Aufmerksamkeitspunkte, die auf besondere Verkehrssituationen hinweisen. Zudem liegen für die angeschlossenen Schulen Steckbriefe zum Radverkehr vor, unter anderem mit Hinweisen zum Zustand und möglicher Weiterentwicklung der Fahrradabstellanlagen.

Für Schulen und auch Kommunen birgt die Projektteilnahme großes Potenzial: In den Beiräten finden Akteure aus Verkehrs- und Schulwelt zusammen und bauen nachhaltige Kommunikationswege auf, die später für weitere Projekte zum Thema Schule und Mobilität genutzt werden können. Beteiligte Kommunen erhalten ganz nebenbei wertvolle Hinweise zur Verbesserung ihrer Fahrradinfrastruktur.

Der Kreis Groß-Gerau weist auf einen weiteren Anreiz für die Nutzung des Fahrrads auf dem Schulweg hin: Er beteiligt sich auch in diesem Jahr am Wettbewerb Schulradeln, bei dem Schulen in Teams gegeneinander antreten, Kilometer mit dem Fahrrad sammeln und attraktive Preise gewinnen können. Schulen finden aktuelle Informationen und Teilnahmebedingungen unter www.schulradeln.de. Das Schulradeln startet zusammen mit dem Wettbewerb STADTRADELN nach den Sommerferien am 17. August.

ggr

 Hintergrund:

Die Erarbeitung von Schülerradroutennetzen ist ein zentrales Element des Beratungsprogramms „Besser zur Schule“. Angeboten wird dieses kostenlose Programm vom Fachzentrum Schulisches Mobilitätsmanagement, das das Land Hessen im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) 2018 ins Leben gerufen hat, um eine eigenständige und sichere Mobilität von Schülerinnen und Schülern zu fördern. Das Fachzentrum – angesiedelt bei der ivm (Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain) –  unterstützt hessische Schulen, Schulträger und Kommunen dabei, Maßnahmen zum Schulischen Mobilitätsmanagement umzusetzen.

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