Lilien unter Druck: Gegen Regensburg muss ein Sieg her

Stimmung nach zwei Niederlagen angespannt– Grammozis kritisiert Offensive

Das Aus im Pokal, eine katastrophale erste Halbzeit in Fürth, aufgebrachte Fans und ein angefressener Trainer Dimitrios Grammozis – beim SV Darmstadt 98 wird es zunehmend ungemütlich. Im Heimspiel gegen Jahn Regensburg (Sonntag, 13.30 Uhr) muss nun ein Sieg her.

Nach dem 1:3 bei der SpVgg Greuther Fürth gingen die Spieler zum Block mit ihren wütenden Anhängern, hörten zu, diskutierten und versuchten auch, den einen oder die andere zu trösten. Kein angenehmer Gang, doch letztlich hatte er für Kapitän Fabian Holland auch einen positiven Effekt: „Es war gut, dass sich jeder da mal ausgekotzt hat. Da waren einige dabei, die ziemlich sauer waren. Aber bei uns in der Mannschaft waren auch einige dabei, die mit dem Auftritt überhaupt nicht zufrieden waren.“

Erschreckend schwach war vor allem die erste Halbzeit. Ein haarsträubender Fehler von Torwart Marcel Schuhen und ein unnötiges Eigentor von Immanuel Höhn brachten die Franken auf die Siegerstraße. Erst nach dem 0:3 begannen die Lilien, Fußball zu spielen. „Die ganze erste Halbzeit hat gefehlt. Da waren wir gar nicht auf dem Platz“, konstatierte Holland. „So kannst du in der Liga nicht bestehen.“

„Ziemlich angefressen“ und „brutal enttäuscht“ sei er angesichts der Leistung im ersten Durchgang, sagte Coach Grammozis später. Da sei das Team mutlos aufgetreten, habe sich viele leichte Ballverluste geleistet und sei nicht ernsthaft in Zweikämpfe gegangen. „Auf diese Art und Weise können wir uns nicht präsentieren“, sagte er.

Grammozis: Mehlem muss mehr Präsenz zeigen

Zwar habe man sich im zweiten Durchgang gesteigert. Aber dass in Victor Pálsson erneut ein Defensivspieler zum späten 1:3 getroffen habe, sei bezeichnend für die Probleme seiner Mannschaft gewesen. „Unsere Offensivspieler haben derzeit nicht die Qualität, sich durchzusetzen“, kritisierte Grammozis.

Besonders in der Kritik: Marvin Mehlem. Der talentierte offensive Mittelfeldspieler wurde nach schwacher Leistung zur Pause ausgewechselt. Mehlem müsse einfach in mehr Spielen seine Leistung bringen, forderte Grammozis. „Wir können mit ihm trainieren, wir können ihm das alles zeigen. Aber wenn er auf dem Platz steht, dann hat man als Trainer wenig Einfluss darauf. Und da wünsche ich mir auch vom Marvin, dass er da noch ein bisschen mehr Präsenz zeigt.“

Von Stephan Köhnlein

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