Kreis zeigt Flagge gegen Atomwaffen

Die Friedensflagge weht am Donnerstag auch vor dem Landratsamt Groß-Gerau: Landrat Thomas Will macht mit der Aktion auf die Notwendigkeit atomarer Abrüstung aufmerksam.  Foto: Kreisverwaltung

Bürgermeister und Landräte für den Frieden

Kreis Groß-Gerau – Dieses Jahr begehen die deutschen Mayors for Peace am Flaggentag ein Doppeljubiläum: Vor 25 Jahren, am 8. Juli 1996, veröffentlichte der Internationale Gerichtshof in Den Haag ein bemerkenswertes Rechtsgutachten. Der Gerichtshof stellte fest, dass die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen generell gegen das Völkerrecht verstoßen. Zudem stellte der Gerichtshof fest, dass eine völkerrechtliche Verpflichtung besteht, „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zu nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle führen.“

Damit steht das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs gleichsam am Anfang eines nach-nuklearen Zeitalters. Um an dieses wegweisende Gutachten zu erinnern, führte die Landeshauptstadt Hannover als Vizepräsidentin der Mayors for Peace vor genau zehn Jahren den Flaggentag in Deutschland ein. Mittlerweile beteiligen sich deutschlandweit immer mehr Städte an der Aktion: Rund 400 Bürgermeister*innen zeigen am 8. Juli 2021 Flagge gegen Atomwaffen. Zahlreiche Friedensinitiativen begleiten diesen Tag mit Aktionen. Auch der Kreis Groß-Gerau gehört den Mayors for Peace an, sodass Landrat Thomas Will ebenfalls seit einigen Jahren am 8. Juli die Friedensflagge hisst.

„Noch immer ist unsere Zukunft bedroht von schätzungsweise 13.080 Atomwaffen. Daher zeigen wir heute Flagge gegen diese grausamen Massenvernichtungswaffen. Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, dass Deutschland dem Atomwaffenverbotsvertrag beitritt und im kommenden Jahr als ersten Schritt an der Vertragsstaatenkonferenz zum Atomwaffenverbotsvertrag als Beobachter teilnimmt“, so der Landrat. Denn in diesem Jahr steht am Flaggentag der im Januar in Kraft getretene Atomwaffenverbotsvertrag im Fokus. Die Atommächte haben den Vertrag nicht unterzeichnet, und auch Deutschland ist dem Verbotsvertrag bislang nicht beigetreten. Weltweit appellieren die Mayors for Peace daher an ihre jeweiligen Staaten, diesen Vertrag zu unterzeichnen. „Nuklearwaffenarsenale werden modernisiert, mehr Waffen als bisher werden einsatzbereit gehalten. Diese Bedrohung muss ein Ende finden. Deshalb setzen wir uns am Flaggentag für die Abschaffung der Atomwaffen ein“, sagt der Landrat.

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. Mehr als 8000 Städte gehören dem Netzwerk an, darunter mehr als 700 Kommunen in Deutschland.

ggr

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