Gerührt, nicht geschüttelt – die „Nau ́mer Latwejetage“

Ein Höhepunkt im Vereinsjahr der Nauheimer Landfrauen

Nauheim – Vor wenigen Tagen fiel der Startschuss für die „Nau ́mer Latwejetage“ im Hof von Gerhard und Anne Dammel. Zum Auftakt fanden sich 40 Landfrauen zum Entkernen der Früchte für den ersten Kessel ein. Doch bevor die Frauen mit der Arbeit anfingen, wurde mit Sekt auf das Gelingen der Latweje und die schöne Gemeinschaft angestoßen.

Nach dem Motto: „Viele Hände machen der Arbeit ein schnelles Ende!“ waren die vielen Quetschen schnell entkernt. Der Vorstand hatte zwischenzeitlich eine Kuchentafel mit „Quetschekuche“ und frisch gebrühtem Kaffee eingedeckt, es gab Kuchen satt und man ließ den arbeitsreichen, aber auch gemütlichen Sonntag ausklingen.

Nach einer kurzen Nacht ging es am Montagmorgen um 3.00 Uhr für die Frühschicht mit dem Rühren am Kessel los. Ein arbeitsintensiver Tag stand bevor. Es wurden weitere Quetschen gewaschen, für den nächsten Kessel entkernt, diese dann durch leiern zu Mus verarbeitet, Gläser gespült und dabei ohne Pause am Kessel gerührt.

An diesem Morgen hatten die Landfrauen den Sportkindergarten zu Gast. Den Kindern wurde diese alte Tradition des Latweje Kochens nähergebracht und natürlich durften sie auch von dem leckeren Brotaufstrich genießen.

Auch Vereinsmitglied und Landtagsabgeordnete Sabine Bächle-Scholz ließ es sich nicht nehmen, bei den Landfrauen vorbei zu schauen und kräftig mit anzupacken.

Am späten Abend blubberte das „schwarze Gold“ im Kessel, die fruchtige Masse wurde in die bereit gestellten Gläser abgefüllt. Stolz konnten die Landfrauen ihr Werk betrachten.

Am Dienstag wiederholte sich die ganze Prozedur von morgens 3.00 Uhr bis am späten Abend. An diesem Tag schaute Landrat Will vorbei, der es sich auch nicht nehmen ließ, den Rührer zu schwingen. Bei Kaffee und Kuchen gab es interessante Gespräche und einen regen Gedankenaustausch.

Auch Gemeindevertretervorsteher Karl Norbert Merz, Landtagsabgeordnete und Bezirksvorsitzende Kerstin Geis interessierten sich für die Latwejeprozedur und packten tatkräftig mit an. Pfarrerin Stefanie Bischof machte den Landfrauen ihre Aufwartung und zollte viel Respekt für diese arbeitsintensive Tätigkeit.

Der Mittwoch stand im Zeichen des Besuchs des Vereins „Überdentellerrand schauen“. In dieser Organisation haben sich Frauen aus verschiedenen Ländern zusammengefunden, wie etwa aus Syrien, Afghanistan, Pakistan. Es wird zusammen gekocht und dabei Erfahrungen ausgetauscht. Auch die Nauheimer Landfrauen haben im vergangenen Jahr an einem vom Landratsamt organisierten Projekt teilgenommen und die Verbindung zu diesen Frauen hergestellt. Sie überraschten in der Latwejewoche die Landfrauen in der Mittagszeit mit selbst gekochten Spezialitäten aus ihrer Heimat. Es wurde zusammen gegessen und Erfahrungen ausgetauscht, gelebte Integration fand statt.

Auch die Kerbemädels kamen am Abend zum Latweje ausschöpfen vorbei und unterstützten die Landfrauen. Nun war der letzte Tag der „Latwejetage“ der Donnerstag in Sicht. Es wurde wieder eifrig entkernt, Gläser gespült und gerührt. An diesem Tag hatten die Landfrauen Besuch vom frisch gebackenen Fraktionsvorsitzenden der SPD in Nauheim, Daniel Schmidt, auch er packte mit an. Auch Bürgermeister Jan Fischer kam am Spätnachmittag vorbei und half eifrig beim Ausschöpfen der Latweje.

Nachdem nun die Arbeit geschafft war, setzten sich die Frauen noch gemütlich zusammen und ließen die „Latwejetage“ bei leckerem Essen Revue passieren. Dank geht an alle Mitglieder, die im Arbeitseinsatz waren, alle Gläserspendern, an die Nachbarschaft für ihr Verständnis, an Anne und Gerhard Dammel für die Bereitstellung ihres Anwesens, Renate Ophoff und alle, die durch ihre Spenden die Aktion unterstützt haben.

Es wurden an diesen Tagen 24 Zentner Quetsche zum „Schwarzen Gold aus Nau’m“ verarbeitet!

Fotos: LFV Nauheim

G. Bender/ggr

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*