Gärtnern ohne Chemie

Foto: Arthur Schönbein

Tipps von der Unteren Naturschutzbehörde

Kreis Groß-Gerau – Jeder kennt es: Plötzlich machen sich die Schnecken über den jungen Salat her oder die Blattläuse befallen die hübschen Blütenpflanzen. Dann wird häufig schnell zur „Chemiekeule“ gegriffen. Doch mit ein bisschen Übung kommt man im Garten auch ohne Chemie aus. Darauf weist die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Groß-Gerau hin.

Häufig hilft es schon, sich am Vorbild der Natur zu orientieren. Gesunde Pflanzen werden mit Schädlingsbefall im Regelfall von allein fertig. Ist der Befall von Schädlingen dennoch einmal zu groß geworden, kann auf biologische Mittel zurückgegriffen werden, die den chemischen in jedem Fall vorzuziehen sind. Viele dieser Mittel, die einfach in das Gießwasser gemischt werden, enthalten nützliche Bakterien zur Bekämpfung der Schädlinge an Gemüse-, Obst- und Zimmerpflanzen.

Vor allem ist es wichtig zu wissen, welche Möglichkeiten und Vorbedingungen im jeweiligen Garten herrschen. Berücksichtigt werden sollte auch, dass sich nicht überall alles anbauen lässt. Dabei ist auf verschiedene Dinge zu achten: Wie viel Sonne bekommen die Pflanzen? Wo herrscht Schatten im Garten? Auch die Bodenverhältnisse sind von besonderer Bedeutung. Einige Pflanzen benötigen einen eher sandigen Boden, andere eher lehmigen. Die geeignete Sorten- und Standortwahl ermöglicht der Pflanze ein gutes und kräftiges Wachstum. Alte oder heimische Sorten kommen mit den örtlichen Bedingungen besonders gut zurecht.

Auch der Saat- beziehungsweise Pflanztermin hat Einfluss auf das Wachstum der Pflanze. Manchmal empfiehlt sich ein Vorziehen von Setzlingen im Frühbeet oder im Glashaus. Der Boden sollte locker und gut belüftet sein. Ein umfangreiches Umgraben ist allerdings nicht zu empfehlen, da dadurch das Bodengefüge durcheinandergebracht wird. Besser ist die Lockerung mit einer Grabgabel, deren Zinken tief in den Boden gelangen.

Mischkultur und Fruchtfolge haben ebenfalls einen starken Einfluss auf die Gesundheit der Pflanzen. So können sich manche Nutzpflanzen wie Dill und Gurke gegenseitig fördern und ihre „Feinde“ abhalten. Bei der Fruchtfolge ist es entscheidend, darauf zu achten, dass unterschiedliche Kulturen angepflanzt und Eigenschaften wie stark- oder schwachzehrend berücksichtigt werden.

ggr

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