Emissionsfrei auf Linie 42

Emissionsfrei für eine saubere Umwelt: Der erste Linienbus, der im Kreis Groß-Gerau mit Brennstoffzellengtechnologie fährt, wurde jetzt vor dem Landratsamt vorgestellt. Der ambitionierte Plan des Kreises: Bis 2028 sollen alle 80 Fahrzeuge der Busflotte des Kreises schadstofffrei unterwegs sein. Kreis und LNVG setzten nun auf entsprechende Förderungen von Bund und Land. Das Bild zeigt (von links, mit Corona-Mundschutz): Landrat Thomas Will, Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer, LNVG-Geschäftsführer Christian Sommer, EMCEL-Geschäftsführer Marcel Corneille, Hy2Serv-Geschäftsführer Christian Winzenhöler, LNVG-Prokuristin Angelika Reinhardt und Avni Krasniqi (LNVG). Bild: Pressestelle

Kreis Groß-Gerau setzt Brennstoffzellenbus im regulären Verkehr ein

Kreis Groß-Gerau –  Seit dem 25. Mai 2020 könnte der Ausbau der H2 Mobilität im Kreis Groß-Gerau für einige Zeit die Schlagzeilen bestimmen. Mit diesem Datum erfolgte der Einstieg in einen öffentlichen Nahverkehr, der sich in den nächsten Jahren nachhaltig unter der Nutzung emissionsfreier Antriebe weiterentwickeln wird. „Dieses Ziel hat der Kreis Groß-Gerau für die weitere Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in den nächsten Jahren vorgegeben“ sagte Landrat Thomas Will am Montag in Groß-Gerau: „Der Einsatz eines Brennstoffzellenbusses im Linienverkehr ist ein sehnlich erwartetes Aufbruchssignal für die weiteren Bestrebungen des Kreises die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich der Einsatz des Energieträgers Wasserstoff nicht nur bei Bussen, sondern auch in vielen anderen Bereichen der Mobilität und des Güterverkehrs durchsetzt.“ 

Die Lokale Nahverkehrsgesellschaft mbH Kreis Groß-Gerau (LNVG) unterstützt die Zielsetzungen des Kreises und setzt mit dem heutigen Tag ein Ausrufezeichen. In Kooperation mit der Fa. Hy2Serv GmbH, vertreten durch Ihren Geschäftsführer Christian Winzenhöler, wird ein mit Wasserstoff betriebener Citaro von Mercedes-Benz künftig auf der Buslinie 42 zwischen Groß-Gerau über Dornheim und Wolfskehlen nach Griesheim eingesetzt. Dieses Fahrzeug ist bereits seit 2018 auf dem Betriebsgelände des Industrieparks in Frankfurt-Höchst im Einsatz und zeichnet sich durch eine hohe Verlässlichkeit und Sparsamkeit aus. „Für den ÖPNV-Regelbetrieb, ein besonders maßgeblicher Punkt, stellt die Reichweite von bis zu 450 km dar“, erklärt Christian Sommer, Geschäftsführer der LNVG, „denn diese Antriebstechnologie bietet gegenüber einem Dieselbus nahezu vergleichbare Einsatzbedingungen.“

Christian Winzenhöler freut sich darüber, „dass die in seinem Unternehmen gesammelten betrieblichen Erfahrungen mit den strategischen Zielsetzungen im Kreis Groß-Gerau gebündelt werden“ und erhofft sich, „dass dieses Projekt der Einführung emissionsfreier Mobilitätslösungen neue Impulse verleiht“, denn bisher stagniert die Beschaffung von mit Wasserstoff betriebener Busse

Der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer bedankt sich bei Herrn Winzenhöler für seine Kooperationsbereitschaft und nimmt Bezug auf die angesprochenen Verzögerungen bei der Beschaffung von Brennstoffzellenbussen: „Neben der Lieferfähigkeit der Industrie stellt uns insbesondere die Finanzierung der Fahrzeuge vor erhebliche Herausforderungen. Gerade in der aktuellen Situation ist eine auskömmliche Fahrzeugförderung von größter Bedeutung. Ein entsprechend zeitnaher Aufruf im Rahmen der avisierten Nationalen Wasserstoffstrategie ist erforderlich, damit unsere Mobilitätsstrategie, die einen maßgeblichen Beitrag zur Verringerung der Umweltbelastungen leistet, umgesetzt werden kann.“

LNVG-Prokuristin Angelika Reinhardt unterstützt die Ausführungen von Herrn Astheimer und verweist auf die besondere Dringlichkeit, da „bereits in den Jahren 2022/2023 die Beschaffung von 24 Brennstoffzellenbusse erfolgen muss, damit die entsprechende Anzahl an Dieselfahrzeugen aus dem Betrieb genommen werden kann“. Der Aufbau der Voraussetzungen für die neue Antriebstechnologie sowie der entsprechende Beschaffungsprozess wird begleitet von einem Gutachterkonsortium, bestehend aus TÜV Rheinland AG und der EMCEL GmbH. Das Konsortium zeigte sich bereits für die Entwicklung eines Masterplans für den Einsatz alternativer Antriebstechnologien im Linienverkehr im Kreis Groß-Gerau verantwortlich. Dieser Masterplan sieht eine nachhaltige Umstellungsstrategie mit dem Ziel vor, bis spätestens zum Jahr 2030 eine emissionsfreie Busflotte vollumfänglich aufzubauen.

Marcel Corneille, Geschäftsführer der EMCEL GmbH verweist auf die Zeitachse des Masterplans und die für das Jahr 2020 vorgesehene Pilotphase, die nun mit der Kooperation von LNVG und HY2Serv zeitgerecht Fahrt aufnimmt. „Ich bin davon überzeugt, dass der erste Einsatz eines wasserstoffbetriebenen Fahrzeugs im Kreis Groß-Gerau nicht nur seinen Teil zur Vermeidung von Emissionen beiträgt, sondern insbesondere durch sein geräuscharmes Fahren Anwohner und Fahrgäste gleichermaßen von dieser Technologie überzeugt.

In diesem Sinne verweist LNVG-Geschäftsführer Christian Sommer darauf, dass „die Energie- und Mobilitätswende entsprechend ganzheitlich zu betrachten ist, zumal der Erfolg der Investitionen in die Technologie auch durch den weiteren Ausbau des Verkehrsangebotes begleitet werden muss. Das durch Corona unterbrochene Fahrgastwachstum wird sich mittelfristig fortsetzen, sodass der ÖPNV mit der Umstellung auf Brennstoffzellenbusse einen signifikanten Beitrag zur Emissionsreduktion im Verkehrssektor leistet.

ggr

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