Ein ganz besonderer Tag

Landrat Thomas Will (rechts) und Bürgermeister Thomas Winkler gratulierten am Sonntag der Mörfelderin Hilde Rauer zum 100. Geburtstag. Foto: Kreisverwaltung

Landrat gratuliert Hilde Rauer zum 100. Geburtstag

Kreis Groß-Gerau – Ein großer Tag war am Sonntag für Hilde Rauer aus Mörfelden. Sie vollendete an diesem 23. Februar ihr 100. Lebensjahr. Ein Schild am Gartentor wies darauf hin, dass die Jubilarin mittags im „Sattler“ zu finden sein würde. Dort feierte sie in einer Runde von rund 25 Gästen mit Familienangehörigen, Nachbarn und anderen guten Bekannten den besonderen Geburtstag. Zuvor aber empfing sie in ihrem Haus Landrat Thomas Will und Mörfelden-Walldorfs Bürgermeister Thomas Winkler, die ihr beide herzlich gratulierten, Urkunden und Präsente überreichten. „Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Tag und alles Gute für die Zukunft“, sagte der Landrat, begeistert von der Herzlichkeit der Gastgeberin.

Er fragte interessiert nach, wann und wie Hilde Rauer nach Mörfelden gekommen war – und sie antwortete gern. Die 1920 geborene Jubilarin stammt aus Homburg am Main. Von ihren drei Geschwistern lebt noch der heute 90 Jahre alte jüngste Bruder. Ihr erster Ehemann, von dem sie ihre beiden Kinder – Tochter Karin Kunkel und Sohn Udo Milutzki – hat, starb im Zweiten Weltkrieg. Über den zweiten Ehemann, einen Vorarbeiter im Straßenbau, führte der Weg nach Mörfelden, wo man einen Bauplatz fürs eigene Heim gefunden hatte. Unter anderem mit Spessartholz aus der alten Heimat wurde in den Fünzigerjahren das Haus gebaut, in dem Hilde Rauer noch heute lebt.

Weil ihr Mann durch seine Arbeit häufig nicht zuhause war, kümmerte sich die Jubilarin um alles, erinnert sich Tochter Karin Kunkel: um die Kinder, um Haus und Garten, um die Finanzen: „Sie war immer fleißig und sparsam und pflichtbewusst“, erzählte die Tochter am Sonntag, während ihr Lebensgefährte Werner Schulmeyer und ihre Mutter im Zimmer voller Familienfotos mit dem Landrat plauderten. „Sie hat einfach alles gemanagt.“

Drei Enkelinnen und eine Urenkelin hat Hilde Rauer. Eine der Enkelinnen lebt in den USA. Diese besuchte sie noch im Alter zwischen 80 und 90 jedes Jahr einmal. Dort, in Arizona, war sie vielen Menschen in der Umgebung daher gut bekannt. „Oma Süße“ wurde sie dort immer genannt, weil alle sie mochten, erwähnte Karin Kunkel liebevoll.

Mittlerweile bekommt Hilde Rauer Unterstützung von einer Pflegerin. Und sie hat natürlich ihre beiden Kinder in der Nähe. Sohn Udo holt sie zum Beispiel regelmäßig einmal in der Woche zum Einkaufen ab.
In einem Tagebuch hält die Jubilarin in immer noch akkurater Schreibschrift die besonderen Ereignisse ihres Lebens fest. Der 23. Februar 2020 – der Tag, an dem sie 100 Jahre alt wurde – wird sicherlich einigen Raum in dem Heft einnehmen.

ggr

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