„Ein Cheftrainer braucht gute Mitarbeiter“

Athletiktrainer Kai Peter Schmitz beim Warmmachen der Mannschaft vor dem Spiel. Foto: Arthur Schönbein

Lilien-Athletiktrainer Kai Peter Schmitz im Interview

Als Spielanalyst und Athletik-Coach arbeitet Kai Peter Schmitz beim SV Darmstadt 98 seit 2016 eher im Hintergrund. Aber einmal war er auch Cheftrainer: Beim 2:0 am 23. Februar 2019 gegen Dynamo Dresden. Vergangenes Wochenende waren die Sachsen erneut am Böllenfalltor zu Gast, die Lilien gewann diesmal 1:0. Anlässlich des Dresdner Gastspiels führte das Online-Magazin Lilienblog ein Interview mit dem 50-Jährigen, das hier in Auszügen abgedruckt ist.

Herr Schmitz, welche Erinnerungen haben Sie an Ihr bislang einziges Spiel als Cheftrainer?

Das war schon ein spezieller Tag. Der Verein hatte sich nach dem 1:1 gegen Sandhausen entschieden, etwas auf der Trainerposition zu verändern. Deshalb bin ich für ein Spiel eingesprungen. Aber das war nicht nur ich, da haben noch ein paar andere an allen Ecken und Enden geholfen, die gar nicht so in der Öffentlichkeit auftauchen.

Und dann war es aber auch klar für Sie, wieder ins zweite Glied zurückzutreten?

Ich habe in den 90er Jahren die A-Lizenz gemacht. Das bedeutet, dass ich in den ersten drei Ligen ohnehin nicht mehr als eine Übergangszeit von zwei Wochen Cheftrainer sein darf. Deswegen war klar, dass ich danach dem nächsten Trainer zuarbeite, sofern der mich braucht. Aber das hat bislang bei allen Trainern gut funktioniert. Ein Cheftrainer braucht gute Mitarbeiter, damit alles funktioniert. Das macht mir unheimlich viel Spaß, da fühle ich mich wohl.

Sie sind 2016 mit Norbert Meier nach Darmstadt gekommen und haben seitdem sieben verschiedene Cheftrainer erlebt oder auch überlebt. Oft wird ja bei einem Trainerwechsel auch der Staff verändert. Haben Sie eine Erklärung, wieso Sie noch immer hier sind?

Das liegt sicherlich daran, dass ich nicht als Co-Trainer mit einem bestimmten Cheftrainer unterwegs bin. Zunächst war ich hier Athletik-Coach und Spielanalyst in einer Person, weil wir gar nicht so breit aufgestellt waren. Das ist dann immer weiter ausdifferenziert und personell ausgebaut worden. Mittlerweile bin ich zu 99 Prozent in der Athletik beschäftigt. Grundsätzlich sind das Positionen, die bei einem Trainerwechsel nicht ausgetauscht werden. In Gladbach habe ich 15 Jahre in diesem Bereich gearbeitet. Und in Darmstadt hat es ja auch schon etwas Tradition, dass man Wert auf personelle Kontinuität legt und nicht gleich alle Positionen wechselt.

Von welchem Trainer haben Sie am meisten mitgenommen?

Jeder Trainer hat seine Besonderheiten. Das ist bei dem einen die Persönlichkeit, beim anderen die Trainingsarbeit und bei wieder einem anderen vielleicht der Humor. Da kann man von jedem etwas mitnehmen. Aber das ist nicht nur mit Trainern so. Das betrifft eigentlich alle Menschen, mit denen man gemeinsam tätig war. Ich habe noch mit keinem zusammengearbeitet, den ich nie wieder sehen möchte. Das ist sicher auch ein Glücksfall.

Von Stephan Köhnlein

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