Egon Loy: Der „Panther“ wird 90

v.l. Egon Loy, Kult Trainer Dragoslav Stepi Stepanovic

Torwartlegende stand in der Eintracht-Meisterelf von 1959

Fast 350 Pflichtspiele im Tor von Eintracht Frankfurt hat Egon Loy bestritten, darunter zwei der bedeutendsten Partien der Vereinsgeschichte: Zum einen 1959 im Finale um die Deutsche Meisterschaft gegen Kickers Offenbach in Berlin. Zum anderen hütete er ein Jahr später im Landesmeister-Endspiel in Glasgow gegen Real Madrid den Kasten. Am 14. Mai wurde er 90 Jahre alt – als erster Spieler der Meistermannschaft von 1959.

Geboren wurde Egon Loy 1931 in Essen, weil sein Vater dort zu dieser Zeit arbeitete. Eigentlich stammte der Vater jedoch aus Schwabach bei Nürnberg, wohin die Familie nach dem Krieg auch zurückkehrte. Beim TSV Schwabach wurde Loy Torhüter, stieg 1951 in die Erste Amateurliga Bayern auf und gewann von 1952 bis 1954 dreimal hintereinander den Amateurländerpokal. So wurden andere Vereine auf ihn aufmerksam. Am meisten bemühte sich die Eintracht um ihn, so dass er 1954 nach Frankfurt wechselte.

Sieg in Offenbach als schönstes Hochzeitsgeschenk

Gleich sein Punktspieldebüt machte allen Eintracht-Fans sehr viel Freude. Am 22. August 1954 gewann die SGE zum ersten Mal nach Kriegsende auf dem Bieberer Berg bei Kickers Offenbach. Loy, der kurz zuvor geheiratet hatte, konnte das Ergebnis gleich richtig einordnen: „Der Sieg war mein schönstes Hochzeitsgeschenk“, soll er gesagt haben.

Fortan war der Schlussmann die Nummer eins im Eintracht-Gehäuse, absolvierte bis 1967 insgesamt 278 Ligaspiele, 17 Begegnungen in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, 33 Pokalpartien und sieben Europapokalauftritte. 1959 wurde er mit der Eintracht Deutscher Meister, im Jahr darauf musste man sich erst im Finale um den Europapokal der Landesmeister dem am Ende übermächtigen Starensemble von Real Madrid mit 3:7 geschlagen geben.

Das schwarze Trikot ist heute ein Museumsstück

Zu der Zeit, zu der die Eintracht erstmals international für Furore sorgte, war Loy in Frankfurt längst der „Panther“. Grund: Er hatte immer einen schwarzen Pullover an, schließlich verpasste ihm sein Mitspieler Dieter Lindner den Spitznamen des geschmeidigen Raubtiers. Sein schwarzes Trikot, getragen unter anderem im Europapokalfinale 1960 gegen das weiße Ballett aus Madrid, ist heute im Eintracht Frankfurt Museum ausgestellt.

Heute lebt Loy mit seiner Frau in Oberursel. Die anhaltende Begeisterung der Eintracht-Fans für die Meister von 1959 freut ihn: „Zur Saisoneröffnung gibt es immer eine Autogrammstunde mit der Meistermannschaft. Wir staunen dann immer, wie viele Menschen sich anstellen, um Unterschriften von uns zu erhalten. Auch als wir 2019 bei der 120-Jahrfeier im Stadion von den Fans euphorisch gefeiert wurden für einen Sieg, der über 60 Jahre her ist, war das für uns alle ein großer Moment.“

Von Stephan Köhnlein

Eintracht-Legende Egon Loy. Foto: Jan Huebner

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