Die Neuen des SV Darmstadt 98 im Check

Torjubel der beiden Neuzugänge Aaron Seydel und Lukas Mai. Foto: Arthur Schönbein

Von Anfang bis Zehnder – wie die erste Bilanz aussieht

Knapp ein Viertel der Saison ist gespielt. Wie schlagen sich die Neuen beim SV Darmstadt 98?

Lukas Mai (8 Einsätze, 750 Minuten)

Die Leihgabe vom FC Bayern München II ist eine gute Verstärkung. Trotz seiner 20 Jahre ist Mai ausgesprochen abgeklärt und spielstark, stand bislang in jedem Spiel in der Startformation und behauptete sich dabei unter anderem gegen Konkurrent Immanuel Höhn. Dass Mais Leistungen in Darmstadt auch anderswo geschätzt werden, zeigen seine Nominierungen für die U21, wo er gleich beim Debüt zum Spieler des Spiels gekürt wurde.

Aaron Seydel (3 Einsätze, 105 Minuten)

Der flexibel einsetzbare Offensivspieler kam vom FSV Mainz 05. Doch auch in Darmstadt bleibt ihm das Verletzungspech treu: erst eine Schulterverletzung in der Vorbereitung, dann ein Rippenbruch und zuletzt muskuläre Probleme. Markus Anfang kennt den 1,99-Meter-Hünen aus Kiel, wo Seydel unter dem Coach seine bislang beste Profisaison hatte. Sein Können ließ Seydel bislang punktuell aufblitzen. vergab bei seinem bislang einzigen Startelfeinsatz gegen Osnabrück allerdings eine nahezu hundertprozentige Kopfballchance. Wenn er gesund bleibt, kann er der Mannschaft sicher helfen.

Adrian Stanilewicz (2 Einsätze, 89 Minuten)

Der Deutsch-Pole wurde mit Bayer Leverkusen unter Anfang im Jahr 2016 B-Jugendmeister. Vergangene Saison gehörte er oft zum Bayer-Kader, kam aber kaum zum Einsatz. Nach Darmstadt wechselte er, um mehr Spielpraxis zu sammeln – was nur bedingt aufging: Zwei ausgesprochen unglückliche Einsätze stehen bislang zu Buche – beide Male verursachte er Elfmeter. Auf der Sechser-Position, die er am liebsten spielt, ist Victor Palsson gesetzt. Mehr Chancen hat er auf der Außenverteidiger-Position. Als Ersatz für Fabian Holland ging er bei seinem Startelfdebüt gegen Paderborn allerdings wie der Rest der Mannschaft unter.

Nicolai Rapp (8 Einsätze, 700 Minuten, 1 Tor)

Groß war die Freude, als die erneute Ausleihe Rapps von Union Berlin feststand – schließlich hatte er in der vergangenen Rückrunde einen ausgesprochen guten Eindruck hinterlassen. In der laufenden Saison begann er gut, war gegen Nürnberg mit einem Sergio-Ramos-Kopfball kurz vor Schluss sogar der Matchwinner. Doch zuletzt schwächelte er deutlich sowohl gegen Karlsruhe wie gegen Paderborn, wo er auch noch vom Platz flog.

Silas Zehnder (0 Einsätze)

Auch wenn Trainer Anfang keinen Spieler abschreibt – für Silas Zehnder wird es definitiv schwer, auf Einsätze zu kommen. 2017 wurde er am letzten Spieltag jüngster Lilien-Bundesliga-Spieler aller Zeiten. Es war sein bislang einziger Einsatz bei den Profis. Vom Stürmer wurde er in den vergangenen zwei Jahren bei Viktoria Aschaffenburg zum Linksverteidiger umgeschult. Doch in Holland, Matthias Bader und Stanilewicz gibt es mindestens drei Spieler, die vor ihm stehen. Bislang stand Zehnder noch kein einziges Mal im Kader.

Markus Anfang

Unter dem neuen Trainer zeigen die Lilien den attraktivsten Fußball seit Jahren und erspielen sich zahlreiche Chancen. Dass die Mannschaft zu viele Torgelegenheiten hat liegen lassen, kann man dem Trainer nicht ankreiden – das wird sich vermutlich im Lauf der Saison auch ausgleichen. Ohnehin ist die Torquote schon jetzt ziemlich gut. Mehr Sorge bereitet die hohe Zahl der Gegentore. 15 Treffer sind definitiv zu viel.

Von Stephan Köhnlein

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