Der Torjäger und das Teamplay

Phillip Tietz trifft und überrascht beim SV Darmstadt 98

Torsten Lieberknecht spricht eigentlich nicht gerne über einzelne Spieler, hebt stattdessen lieber das Kollektiv hervor. Aber zu Phillip Tietz ließ sich der Trainer des SV Darmstadt 98 nach dessen Galavorstellung und seinen zwei Toren beim 2:2 gegen den Hamburger SV doch ein paar Worte entlocken. 

Zum einen habe Tietz einen Torriecher. „Sinnbildlich war sein zweites Tor“, sagte Lieberknecht über den Ball, den Tietz nach einem Pfostentreffer von Jannik Müller einköpfte. „Er steht da und zeigt die Reaktion. Ich habe ihm schon nach dem Spiel gegen den KSC, wo er ein knappes Abseitstor gesagt, dass er da stehen muss.“ Zum anderen erspiele sich Tietz auch selbst Torchancen. „Nach solchen Stürmertypen suchen viele. Wir haben zwei davon“, sagte der Coach auch mit Blick auf Tietz‘ Sturmpartner Luca Pfeiffer.

Eigentlich galt Phillip Tietz nur als Stürmer Nummer zwei

Zu dieser Saison kam der 24-Jährige von Drittligist SV Wehen Wiesbaden zu den Lilien. Zunächst galt er vor allem als Nachfolger für Ersatzstürmer Felix Platte, dessen Vertrag nicht verlängert wurde. Doch anders als seine Vorgänger in den vergangenen Jahren ließ Lieberknecht zuletzt mit zwei Stürmer spielen. Zudem kennt der Coach den Angreifer bereits aus seiner Braunschweiger Zeit, wo dem Jungen aus seiner Nachbarschaft der Sprung zu den Profis gelang.

All das zahlte sich aus: Sechs der letzten acht Treffer erzielten Pfeiffer und Tietz zusammen. Tietz liegt nach vier Spieltagen in der Torjägerliste gleichauf mit Simon Terodde – auch wenn, das natürlich ebenso eine Momentaufnahme ist wie die Tatsache, dass er zum jetzigen Zeitpunkt der Saison einen Treffer mehr auf dem Konto hat als der spätere Torschützenkönig Serdar Dursun.

„Wir sind eine richtige Mannschaft geworden“

Der Angreifer war mit der Partie in Hamburg trotz des zweiten Doppelpacks im zweiten Spiel nicht wirklich zufrieden. „Man hat in den Gesichtern der Spieler gesehen, dass wir extrem gern drei Punkte geholt hätten. Dazu hat auch nicht viel gefehlt. Wir hatten super Chancen“, sagte er. „Es ist extrem ärgerlich, dass wir keinen Dreier geholt haben.“ Aber damit müsse man sich nun zufriedengeben und nach vorne blicken.

Auch Tietz hob das Kollektiv hervor, das die Mannschaft inzwischen bildet. „Wir zeigen es allen den Leuten, die in den ersten drei Spielen gedacht haben: Was ist denn mit Darmstadt los?“, sagte er. „Wir wissen, was wir können. Wir sind jetzt eine richtige Mannschaft geworden. Ich glaube, das sieht man auch auf dem Platz.“

Von Stephan Köhnlein

Phillip Tietz (Mitte) im Spiel gegen den Hamburger SV. Foto: Arthur Schönbein

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