Carola Wendland gibt Hilfe für einen guten Start

Babylotsin an der Kreisklinik Groß-Gerau

Kreis Groß-Gerau – Ein Kind zu bekommen, gehört zu den größten Veränderungen im Leben einer Familie. Angebote der Frühen Hilfen im Kreis Groß-Gerau begleiten werdende Eltern von der Schwangerschaft über die Geburt bis in die ersten Lebensjahre des Kindes. Es gibt viele unterstützende Angebote, doch häufig fehlt es den Eltern an den Informationen dazu.

Um entlastende und auch notwendige Hilfe sichtbarer und deutlicher anbieten zu können, wurde das Präventionsprojekt Babylotsen entwickelt. Es ist einer der wichtigen Bausteine der Frühen Hilfen. Das Kooperationsprojekt des Jugendamts des Kreises Groß-Gerau (Netzwerk Frühe Hilfen) und der Kreisklinik Groß-Gerau gibt es seit März auf der Geburtsstation der Kreisklinik. Rund um die Geburt Lösungen suchen und finden, damit Kinder und Eltern von Anfang an eine gute Bindung zueinander aufbauen und stabil durchs Leben gehen können: Das ist die Idee des Babylotsen-Projekts. Das Angebot ist für die Familien kostenfrei.

Carola Wendland hat die Aufgabe der Babylotsin in der Klinik übernommen. Sie bietet Begleitung, Beratung und weiterführende Unterstützung für werdende Familien an. Im Mittelpunkt können zum Beispiel praktische Fragen nach Geburtsurkunde, Kinder- und Elterngeld, Babyausstattung und größerer Wohnung stehen.  Manchmal gibt es auch Sorgen um erkrankte Familienangehörige, Arbeitslosigkeit, das Einfinden in die gemeinsame Elternschaft und auch Ängste vor der ungewohnten familiären Herausforderung. All dies findet bei der Babylotsin Gehör.

„Ziel ist, die Eltern zu erreichen, die diese Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Häufig erfahre ich das schon bei der Anmeldung zur Geburt“, sagt Carola Wendland. Viele Mütter, auch Väter, nutzen anschließend die Gelegenheit zu einem Gespräch. Oft entwickeln sich dabei schon Möglichkeiten der Begleitung oder weiterer Hilfsangebote. Die Entscheidung, ob Eltern die Unterstützung annehmen, bleibt dabei ihnen überlassen. Die meisten sind dankbar und erleichtert, dass sie offen mit der Babylotsin sprechen können. „Wir wollen den Kindern einen guten Start ins Leben ermöglichen – und das möchten die Eltern auch“, so Wendland.

Beide beteiligten Kooperationspartner sehen ihr Engagement als Beitrag zum guten Aufwachsen von Kindern und zur Bildung. Ein guter Start ins Leben ist für jeden Menschen wichtig, sagt Katharina Etteldorf, Leiterin der Erziehungsberatungsstelle des Kreises Groß-Gerau und zuständig für die Netzwerkkoordination Frühe Hilfen im Kreis. Sie betont, dass jeder investierte Euro in die Frühen Hilfen später hohe Kosten vermeiden kann: „Die systematische Früherkennung hilft dabei, gemeinsame tragbare Lösungen zu finden, bevor Probleme entstehen.“

Finanziert wird das Projekt unter anderem durch Fördermittel (Frühe Hilfen, Prävention und Kinderschutz) des Landes Hessen in Höhe von 20.000 Euro jährlich bis zum Jahr 2023. Maßgeblich begleitet wird das Projekt im ersten Jahr von der See-you-Stiftung, die die Babylotsen 2007 zur Unterstützung besonders belasteter Familien in Hamburg einführte. Mittlerweile gibt es Babylotsen an mehr als 31 Standorten in sieben Bundesländern.

Damit das Babylotsen-Projekt an der Kreisklinik Groß-Gerau weiter ausgebaut werden und so die jungen Eltern auch in Zukunft unterstützen kann, sucht die Kreisklinik nach weiterer finanzieller Unterstützung. „Jede Spende ist willkommen“, sagt Joachim Hammann, Prokurist der Kreisklinik Groß-Gerau.

ggr 

Foto: Kreisverwaltung

 

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