Brisantes Duell für Kempe zum Saisonabschluss

© arthur schönbein
© arthur schönbein

Schießt er seinen Ex-Verein und seinen Bruder in die 3. Liga?

Darmstadt – Vor dem letzten Saisonspiel gegen Erzgebirge Aue ist die Lage für den SV Darmstadt 98 klar: Mit einem Sieg oder einem Unentschieden ist der Klassenerhalt sicher. Eine Niederlage kann reichen, wenn Braunschweig und Fürth nicht gewinnen. Aber darauf sollte man sich bei den Lilien nicht verlassen. „Noch haben wir nichts erreicht und wir sind gut beraten, die Woche hoch konzentriert zu beschreiten“, mahnte auch Trainer Dirk Schuster nach dem 3:0 bei Jahn Regensburg.

Mittelfeldspieler Tobias Kempe hatte gegen Regensburg den Endstand zum 3:0 besorgt. Es war bereits sein 10. Saisontreffer. Damit ist er mit Abstand bester Lilien-Torschütze vor Angreifer Felix Platte mit fünf Treffern. Zudem ist es auch für Kempe eine persönliche Bestmarke: In seiner gesamten Zeit als Profi hat der 28-Jährige noch nie so oft getroffen, weder für Darmstadt, noch für Nürnberg, Dresden, Paderborn – und auch nicht für Aue. Für den letzten Lilien-Gegner der Saison war Kempe von 2010 bis 2012 am Ball. Mit einem weiteren Treffer könnte Kempe also nicht nur den Lilien den Klassenerhalt bescheren, sondern auch seinen Ex-Verein in die 3. Liga schießen. Und die Situation wird noch etwas heikler: Denn bei Aue steht sein drei Jahre älterer Bruder Dennis unter Vertrag. Für den wäre das der zweite Abstieg hintereinander. Im Vorjahr war er bereits mit dem Karlsruher SC abgestiegen. Zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Brüder wird es auf dem Platz nicht kommen. Dennis sah am 32. Spieltag die Rote Karte und wurde für die letzten beiden Saisonspiele gesperrt.

Im Hinspiel hatte der ältere Kempe dagegen auf dem Platz gestanden und mit dafür gesorgt, dass die Lilien einen ganz bitteren Abend erlebten. Im Schneetreiben verloren sie nach einer desolaten Leistung 0:1. Am Tag darauf wurde Torsten Frings als Trainer beurlaubt. Das Hinspiel dürfte Warnung genug sein – und ein Anlass für Wiedergutmachung und einen versöhnlichen Abschluss einer turbulenten Saison.

Von Stephan Köhnlein

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*