„Beschäftigte brauchen Perspektive“

Foto: Brühl Wikipedia

Landrat Thomas Will nach Gesprächen mit Opel

Kreis Groß-Gerau – „Dass sich die französische Konzernmutter Stellantis zum Produktionsstandort Rüsselsheim bekennt, ist ein ermutigendes Signal“, sagte Landrat Thomas Will nach Gesprächen mit dem Unternehmen jetzt in Groß-Gerau. „Ich habe berechtigte Hoffnung, dass Opel bei aller Synergie-Bestrebungen innerhalb des Konzerns nicht nur zukunftsfähige Automobile entwirft, sondern sie auch weiter in Rüsselsheim auf die Straße bringt“, so Will. Pläne zur Umstrukturierung der Werke in Rüsselsheim und Eisenach, zur Verlagerung von Entwicklungskapazitäten oder zur Schließung des Werkzeugbaus in Rüsselsheim hatten in den vergangenen Tagen in der Region für viel Unruhe gesorgt.

„Mir ist auch jetzt noch nicht vollständig klar, was die französische Konzernmutter Stellantis mit Opel vorhat“, betonte Will. „Ich habe Verständnis dafür, dass die Opel-Beschäftigten derzeit sehr frustriert und verärgert sind und sich auch das Vertrauen der Gewerkschaften in Zusagen und Absichtserklärungen des Konzerns in Grenzen hält.“ Der Landrat machte deutlich, dass Opel als Traditions- und Identifikationsmarke fest mit dem Kreis Groß-Gerau und der Stadt Rüsselsheim verbunden sei. „Die Bedeutung von Opel als einer der größten Arbeitgeber und seine unbestrittene Innovationskraft sind unbestritten“, so Will.

Für Tausende von Menschen und Familien in der Region sei diese Firma existenziell. „Opel zahlt gute Löhne und ist einer der Pfeiler der Wirtschaft in der gesamten Region.  Das Einhalten von Zusagen und die Wahrung von Arbeitnehmer*innenrechte sind die Basis, um wieder Vertrauen zu schaffen“, so der Landrat. Als

Sohn eines Opelaners verfolge er nicht nur die Entwicklung der heimischen Automobilindustrie seit Jahrzehnten sehr aufmerksam“, so Will. Zusammen mit vielen Firmen der Zulieferer-Branche, die sich im Umfeld von Opel angesiedelt haben, habe der Kreis seit 2003 den Automotive Cluster aufgebaut, Schirmherr sei der Landrat. „Das Netzwerk der Zulieferer lebt von Kooperation – das wünschen wir uns auch von Opel.“ Es sei wünschenswert, dass die Automotivbranche in unserer Region einer der wichtigsten Wirtschaftszweige bleibt. Dazu könnten die rund 600 kleinen, mittleren und großen Unternehmen beitragen, die im Automotive Cluster vernetzt seien.

Die Standortbedingungen im Kreis seien sehr gut, so Will. Der Kreis Groß-Gerau sei in Deutschland Studien zufolge führend in Forschung und Entwicklung, in den vergangenen Jahren immer unter den TOP 5 bei Kreisen und kreisfreien Städten, was Beschäftigte und Investitionen in dem Bereich betrifft. „Nicht zuletzt deshalb werben wir als Innovationskreis Groß-Gerau.“ Nach Überzeugung des Landrats soll der Kreis eine starke Auto-Region bleiben. So bleiben, wie es ist, wird es nicht: Die Transformation sei in vollem Gange: „Klar ist, dass Arbeitsplätze verändert werden müssen, mitunter auch wegfallen, da E-Mobilität andere Arbeitsschwerpunkte und Abläufe mit sich bringt.“

Aktuell biete gerade auch die Flächenabtretung der Opel-Areale auch für die Entwicklung der Stadt Rüsselsheim und des gesamten Kreises große Chancen, betonte Will. Opel selbst wird laut Will dann eine wirtschaftliche Zukunft haben, wenn der Autobauer auf lange Sicht eine mobile Antwort auf den bereits spürbaren Klimawandel präsentieren kann. Denn die Gesundheit der Menschen zu erhalten, ist ebenfalls eine Aufgabe, der sich ein Landrat stellen muss. „Wer mich kennt, weiß, dass ich auf eine veränderte Struktur des Mobilitätsnetzes setze, in dem die verschiedenen Verkehre – vom Rad übers Privatauto bis zum ÖPNV – besser ineinandergreifen. Und ich hoffe auf noch stärkere Kooperationen zwischen den verschiedenen Akteuren“, so Will.

Will appelliert, die Chancen der E-Mobilität zu nutzen, Engineering in dem Bereich zu stärken und nicht zu verlagern. „Es gilt, die Kompetenzen der Zulieferer in der Region zu nutzen. Dann kann die Auto-Region gestärkt und Arbeitsplätze gesichert werden.“ Und für die Opel-Beschäftigten müsse es eine klare Zukunftsperspektive geben, so Will abschließend.

ggr

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