Auf der Suche nach der Startelf

Foto: jorono auf Pixabay

Neuer Trainer, neues System, neue Spieler – die Lilien vor Saisonbeginn

Die Generalprobe des SV Darmstadt 98 ist geglückt. Doch Schlüsse auf das Personal bei der Pflichtspiel-Premiere am Sonntag im DFB-Pokal gegen den 1. FC Magdeburg lassen sich aus der Startelf vom 2: 2 beim niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim nur schwer ziehen.

In den Testspielen ließ Trainer Markus Anfang immer wieder im 4-1-4-1-System mit einem defensiven Mittelfeldspieler vor der Abwehr spielen – anders als sein Vorgänger Dimitrios Grammozis, der bis kurz vor Saisonende ziemlich stoisch am etwas defensiveren 4-2-3-1-System festgehalten hatte. Was bedeutet das für die Startelf, mit der die Lilien in die Saison gehen?

Tor

Marcel Schuhen ist die Nummer eins. Der eigentliche Konkurrenzkampf herrscht dahinter um den Platz auf der Bank zwischen Florian Stritzel und Carl Klaus. Klaus sorgte in der Vorbereitung für Aufsehen, als er in der Partie gegen Wehen Wiesbaden (1:2) als Stürmer zum Einsatz kam, weil keine Feldspieler mehr auf der Bank saßen. Eine ernsthafte Option für den Sturm ist Klaus freilich nicht.

Abwehr

Nach der Verletzung von Matthias Bader (Muskelbündelriss) hat Patrick Herrmann auf der rechten Abwehrseite die Nase vorn, der unter Anfang bei Holstein Kiel schon erfolgreich gespielt hatte. Eine mögliche Alternative wäre Neuzugang Adrian Stanilewicz, womöglich auch Nicolai Rapp, der erneut von Union Berlin ausgeliehen wurde.

Auf der linken Abwehrseite ist Kapitän Fabian Holland gesetzt. Stanilewicz könnte auch hier einspringen. Eher gering scheinen die Chancen für Rückkehrer Silas Zehnder.

Spannend ist der Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung. Nachdem Anfang bei Amtsantritt wegen dieser Position noch einige Sorgenfalten auf der Stirn hatte, hat er mittlerweile zahlreiche Optionen: Bayern-München-Leihgabe Lukas Mai, Routinier Immanuel Höhn, Nachwuchsmann Patric Pfeiffer (immerhin Torschütze gegen Arnheim) und Rapp bewerben sich um die beiden Plätze. Noch etwas Zeit braucht Mathias Wittek nach seiner schweren Knieverletzung. Lilienblog-Tipp: Mai und Höhn haben die Nase vorn.

Mittelfeld

Victor Pálsson weilte bei der Generalprobe der Lilien bei der isländischen Nationalmannschaft. Doch der Defensivleader ist auf der Position vor der Abwehr gesetzt. Neuzugang Stanilewicz, der sich selbst auch als klassischen Sechser sieht, muss sich da wohl gedulden. Oder darauf warten, dass Pálsson mal wieder vom Platz fliegt. Das war in der vergangenen Saison immerhin dreimal (1 x Rot, 2 x Gelb-Rot) der Fall.

Auf den Außenpositionen sind die Lilien nominell trotz des Abgangs von Marcel Heller nicht schlecht besetzt. Allerdings fielen zuletzt Neuzugang Aaron Seydel, Mathias Honsak und Tim Skarke mit Verletzungen aus. Gegen Arnheim spielten Braydon Manu und Erich Berko auf den Positionen. Sollte Honsak wieder fit werden, ist er nach starken Leistungen auf jeden Fall gesetzt. Marvin Mehlem wäre ebenfalls eine Option für den linken Flügel, auch wenn er sich in der Mitte deutlich wohler fühlt. Die beiden Nachwuchsspieler Ensar Arslan und Henry Crosthwaite brauchen noch etwas Zeit.

Im zentralen Mittelfeld ist die Auswahl groß. Neben Mehlem hoffen dort Seung-ho Paik, Fabian Schnellhardt und Tobias Kempe auf einen von zwei Plätzen in der Startelf.

Sturm

Die große Frage ist: Bleibt Serdar Dursun beim SV Darmstadt 98? Bislang hat sich jedenfalls noch kein Abnehmer für den besten Lilien-Torschützen der vergangenen Saison gefunden. Gegen Arnheim fehlte der Deutsch-Türke wegen Wadenproblemen. Ist er fit, ist er gesetzt. Der hoch veranlagte, aber verletzungsanfällige Felix Platte konnte sich in der Vorbereitung bislang nicht nachhaltig aufdrängen, ist aber immerhin fit. Weitere Optionen für ganz vorne wären Seydel, Berko und Honsak, deren Stärken jedoch mehr auf den Außenpositionen liegen. Ohnehin hat Anfang für den Fall eines Dursun-Abgangs bereits gefordert, dass er dann adäquaten Ersatz möchte.

Von Stephan Köhnlein

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