Anfang verbietet Dursun den Elfmeter

Nach dem Elfmetertreffer von Tobias Kempe spricht Trainer Anfang mit Serdar Dursun. Foto: Arthur Schönbein

Der deutsch-türkische Angreifer nimmt es gelassen

Serdar Dursun war der Spieler des Spiels beim 4:0 gegen Eintracht Braunschweig. Zwei Tore erzielte er selbst, zweimal holte er die Elfmeter heraus, die zu den beiden anderen Toren führten. Gerne hätte er den zweiten Elfmeter selbst geschossen. Doch er durfte nicht.

Als Schiedsrichter Alexander Sather in der 36. Minute nach einem Foul an Serdar Dursun den zweiten Elfmeter pfiff, schnappte sich der Gefoulte den Ball und wollte selbst schießen. Doch Tobias Kempe, der bereits den ersten Elfmeter sicher verwandelt hatte, wollte auch wieder antreten. Die Spieler diskutierten. An der Außenlinie wurde Trainer Markus Anfang zum ersten Mal in der Partie richtig unruhig, rief mehrfach nach seinem Stürmer und wies schließlich an: „Tobi schießt!“

Kempe verwandelte erneut, Dursun war einer der ersten Gratulanten, obwohl er um die Chance auf einen lupenreinen Hattrick gebracht wurde. Dann zitierte Anfang Dursun an die Außenlinie, sprach eindringlich auf ihn ein und munterte ihn auf.

Trainer will nicht von Verbot sprechen

Nach der Partie hielt Anfang den Ball flach. Auf die Frage, wieso Dursun den Elfmeter nicht schießen durfte, antwortete er: „Was heißt, durfte nicht. Tobi hat den ersten auch gut verwandelt, und ich sah keinen Grund, das zu verändern.“ Dursun habe er an die Seite geholt, um ihm nochmals klarzumachen, dass er ein richtig guter Stürmer sei. „Er kann sich andere Situationen ziehen“, sagte der Coach.

Allerdings haben die Elfmeter bei den Lilien in dieser Saison auch eine Vorgeschichte. Beim Spiel gegen den FC St. Pauli hatte Dursun bereits einen Strafstoß geschossen. Im Stil eines Jorginho oder Bruno Fernandes hüpfte er beim Anlauf kurz vor dem Schuss – und traf. Wirklich souverän sah der Bewegungsablauf allerdings nicht aus.

Und wirklich begeistert war sein Trainer damals auch nicht. „Das verstehe ich nicht so. Ich würde das als Spieler nicht so machen“, sagte Anfang. „Der Serdar hat ihn reingemacht. Damit wurde er bestätigt. Aber so richtig anfreunden kann ich mich nicht mit der Art, den Elfmeter so zu schießen. Da bin ich ganz ehrlich.“

„Ich wollte Verantwortung übernehmen“

Dursun selbst nahm das Einschreiten des Trainers gegen Braunschweig gelassen. „Ich wollte in dem Moment Verantwortung übernehmen. Dann hat der Trainer so entschieden. Und wenn der Trainer was sagt, dann kann man da nichts sagen. Er entscheidet.“ Deutlich mehr Ärger zeigte der Deutsch-Türke darüber, dass er in der zweiten Halbzeit sein Trefferkonto nicht weiter erhöhen konnte, denn: „Natürlich bin ich ein Mensch, der immer mehr möchte.“

Von Stephan Köhnlein

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